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Fed verteuert Notkredite: Euro fällt unter 1,35 Dollar

Symbolbild
(c) EPA (Dennis M. Sabangan)
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Die Fed hat den Diskontsatz auf 0,75 Prozent erhöht. Zu diesem Zinssatz können sich Banken Geld bei der Zentralbank leihen. Die Entscheidung drückte den Euro auf 1,3463 Dollar - den tiefsten Stand seit neun Monaten.

Die amerikanische Notenbank hat zum ersten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise vor über einem Jahr an der Zinsschraube gedreht. Am Donnerstag erhöhte die Fed den Diskontsatz auf 0,75 Prozent. Der Zinssatz, zu dem sich Banken kurzfristig Geld bei der Zentralbank leihen können, stieg damit um 0,25 Prozentpunkte. Die Fed macht damit den ersten Schritt in Richtung Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Die Notenbank erklärte ihren Schritt mit der "kontinuierlichen Verbesserung des Zustands des Finanzmarkts".

Neben der Diskontsatzerhöhung verringerte die US-Notenbank auch die Laufzeit der Primärkredite, berichtet "Financial Times Deutschland". Künftig werden diese nur noch über Nacht gewährt.

Banken sollen sich bei privaten Quellen Geld leihen

Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Verleihpraktiken der Bank allmählich wieder zu normalisieren, heißt es in der Erklärung. "Beides wird die Banken dazu ermutigen, sich für ihre Refinanzierung auf den privaten Sektor zu verlassen", zitiert die "FTD". Die Fed hoffe, dass sie Banken mit der Erhöhung dazu ermuntere, sich angesichts des sich stabilisierenden Finanzmarktes gegebenenfalls bei privaten Quellen Geld zu leihen - und nicht bei der Zentralbank.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte bereits vor einigen Tagen mögliche Zinserhöhungen angedeutet und damit sinkende Kurse an den US-Börsen ausgelöst. Die Ankündigung am Donnerstag folgte allerdings überraschend schnell. Der Diskontsatz gilt als weniger wichtig als der Leitzins. Bei ihm soll es erst Änderungen geben, wenn es klare Zeichen für einen Wirtschaftsaufschwung geben sollte. Die Anhebung des Diskontsatzes versteht Bernanke nicht als eine Änderung der Geldpolitik.

Euro rutscht ab

Die Entscheidung der Fed drückte den Euro am Freitag zeitweise auf den tiefsten Stand seit neun Monaten, berichtet "Spiegel Online". Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,3463 Dollar von 1,35 Dollar am Donnerstag in New York. Um 22 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung am Donnerstag in New York noch bei 1,3612 Dollar. Auch die US-Anleihen weiteten ihre Verluste aus.

(Ag./Red.)