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Gläubiger des Ferienclubs Cordial erhalten Quote von 54 Prozent

Rund 7.000 Mitglieder des Ferienclubs Cordial haben Forderungen in Höhe von 35,5 Millionen Euro angemeldet. Die jetzt ausverhandelte Quote ist innerhalb von zwei Jahren zu zahlen.

Am Donnerstag haben nun auch die Gläubiger der zur insolventen Linzer Imperial Firmengruppe gehörigen Cordial Ferienclub Aktiengesellschaft den Sanierungsplan angenommen. Nach intensiven Verhandlungen wurde die Quote von 20 auf 54 Prozent erhöht, teilte der KSV 1870 mit. Bereits im März hatten die Gläubiger von Imperial den Sanierungsplan mit einer 20 Prozent Quote angenommen.

Rund 7.000 Clubmitglieder der Aktiengesellschaft haben Forderungen in Höhe von 35,5 Millionen Euro angemeldet. Die jetzt ausverhandelte Quote ist innerhalb von zwei Jahren zu zahlen. Finanziert wird der Sanierungsplan in erster Linie durch die Verwertung des gesamten Gesellschaftsvermögens, insbesondere durch den Verkauf der drei Tiroler Hotels (Hotel Achenkirch, Golfhotel Reith, Hotel Going) und der Verwertung des Cordial Hotels Pelagone samt Golfplatz, das der italienischen Tochtergesellschaft Il Pelagone S.r.l. zugerechnet werde, teilten die Kreditschützer mit.

Schon seit Jahren hatte die Cordial Ferienclub Aktiengesellschaft Verluste gemacht. In der Saison 2000/2001 kam es zu einem starken Rückgang beim Verkauf der Beherbergungsverträge. Die Auslastung der Hotels mit den Clubmitgliedern sank auf 30 Prozent, weshalb Hotels verkauft sowie bestehende Pachtverträge aufgeben werden mussten. Weitere Ursachen für die Pleite sind laut KSV 1870 der von der Muttergesellschaft in Rechnung gestellte hohe Verwaltungsaufwand und das seit vielen Jahren negative Eigenkapital.

Ende Oktober 2017 waren Insolvenzanträge für sechs Firmen der Imperial-Gruppe gestellt worden. Hintergrund der Zahlungsunfähigkeit ist ein Urteil des OGH, der das Geschäftsmodell der Finanzgruppe gekippt hat. Imperial darf das Kapital ihrer - 15.000 - atypisch stillen Gesellschafter nun nicht mehr als Eigenkapital betrachten, sondern muss ihnen ihre Guthaben ausbezahlen. Damit wurden 58 Millionen Euro Eigenmittel plötzlich zu Verbindlichkeiten, was die Insolvenz zur Folge hatte.

(APA)