Was die Staatsoper 2018 zeigt: Viel Zeitgenössisches im Premierenreigen

Der Direktor des Wiener Staatsballetts Manuel Legris, Staatsoperndirektor Dominique Meyer und der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas Platzer.
Der Direktor des Wiener Staatsballetts Manuel Legris, Staatsoperndirektor Dominique Meyer und der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas Platzer.APA/HELMUT FOHRINGER
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Sechs Premieren wird es im Haupthaus geben, Höhepunkt ist Richard Strauss' "Frau ohne Schatten". Die Kartenpreise werden übrigens um fünf Prozent angehoben.

Einen klaren Schwerpunkt auf das 19., 20. und 21. Jahrhundert setzt die Wiener Staatsoper bei ihren Premieren in der Saison 2018/19: Neben neuinszenierten Repertoireklassikern wie Verdis "Otello" oder Strauss' "Frau ohne Schatten" gibt es mit Trojahns "Orest" auch ein zeitgenössisches Werk und mit Stauds "Die Weiden" gar eine Uraufführung unter den sechs Opernpremieren.

Den Höhepunkt der Saison stellt wohl fraglos die Premiere von Richard Strauss' "Frau ohne Schatten" am 25. Mai 2019 dar, dem offiziellen Jubiläumstag zur Eröffnung der Staatsoper vor 150 Jahren. Das Pendant an Aufmerksamkeit auf der zeitgenössischen Seite stellt indes die Uraufführung von "Die Weiden" dar, die Johannes Maria Staud und der Dichter Durs Grünbein für das Haus schreiben.

Eine zweite Uraufführung im Großen Haus musste man bekanntlich absagen, nachdem Krzysztof Penderecki seine "Phaedra" nicht abliefern wird. "Er hat es einfach nicht geschafft", bedauerte Direktor Dominique Meyer am Donnerstag bei der Präsentation den Rückzug des Komponisten. Stattdessen ist nun Manfred Trojahns "Orest" angesetzt. Den Reigen des Zeitgenössischen komplettiert am 26. Jänner 2019 die Uraufführung von Elisabeth Naskes Kinderoper "Was ist los bei den Enakos?" am Standort Walfischgasse.

Valery Gergiev feiert persönliches Hausdebüt

Eines der Großwerke aus der Heimat von Direktor Meyer wird am 14. Oktober den Auftakt zur Premierensaison darstellen, wenn Hector Berlioz' "Les Troyens" erklingt, für die David McVicar die Regie besorgt, wofür er auf Stars wie Adam Plachetka oder Joyce DiDonato zurückgreifen kann. Zwei Klassiker des Repertoires stellen indes Gaetano Donizettis "Lucia di Lammermoor" und Giuseppe Verdis "Otello" dar, die am 9. Februar respektive am 20. Juni 2019 Premiere feiern.

Weltstars wie Dirigent Valery Gergiev feiern in der kommenden Saison ihr persönliches Hausdebüt, während auch unter den Sängern wieder zentrale Rollendebüts begangen werden. So wird Andreas Schager erstmals den Lohengrin singen oder Piotr Beczala den Cavaradossi der "Tosca".

In Summe werden heuer im Haus am Ring 50 verschiedenen Opern zu sehen sein, denen sich zehn verschiedene Ballett- und fünf Kinderprogramme beigesellen. Insgesamt sind in der kommenden Spielzeit über 350 Vorstellungen angesetzt, von denen 217 auf den Opernbereich entfallen sowie 58 aufs Ballett.

150 Jahre Staatsoper: "Das muss man groß feiern"

Prägend für die kommende Saison der Wiener Staatsoper wird neben den Premieren vor allem sein rundes Jubiläum: Am 25. Mai 2019 jährt sich die Eröffnung des Hauses zum 150. Mal. Und das will man feiern. Die Premiere der "Frau ohne Schatten" stellt den formellen Höhepunkt dar, dem am Vormittag ein Festakt vorausgeht und sich tags darauf ein Fest am Herbert von Karajan-Platz anschließt.

"Ich bin ja eigentlich kein Fan von Jubiläum, aber das muss man groß feiern", zeigte sich Meyer anlassbezogen partywillig. Überdies bereitet man das Ereignis mit einem Symposium von 17. bis 19. September 2018 vor, das unter Leitung von Oliver Rathkolb die Geschichte des Wiener Musiktheaters aufarbeiten möchte. Hinzu kommt eine Ausstellung zur Geschichte der Staatsoper im Haus selbst und ab 16. Mai 2019 im Theatermuseum die Schau "Die Spitze tanzt - 150 Jahre Ballett an der Wiener Staatsoper". Schließlich wird es Publikationen zur Baugeschichte der Staatsoper geben. Und der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Platzer verweist auf den 150-Jahr-Jubiläumszyklus.

Streaming: 7000 zahlende Kunden

Abseits der Live-Erlebnisse am Ring, führt man auch das mittlerweile etablierte Streaming-Angebot (www.staatsoperlive.com) fort, das aktuell rund 7000 zahlende Kunden vorweisen kann. Hier stehen erneut 45 Vorstellungen des Hauses virtuell zur Verfügung. Bei der "Oper live am Platz" werden wieder rund 85 Vorstellungen in den warmen Monaten auf den Herbert von Karajan-Platz bei freiem Eintritt übertragen. Und der neu abgeschlossene Vertrag mit dem ORF impliziert unter anderem, dass es Übertragungen auf ORF III gibt.

Freudig zeigte sich Meyer über den Fortschritt bei den Renovierungsarbeiten im Haus, auch wenn dieser nicht immer sofort ins Auge steche: "Das ist, als wenn Sie bei jemandem zum Essen eingeladen ist: Wenn es sauber ist, merkt man es nicht, nur wenn es staubig ist." Nun ist das Foyer an der Reihe, wobei hier der Abschluss bis Dezember geplant ist.

Und schließlich erfreut auch die finanzielle Bilanz den Direktor. "Ich will ein Geheimnis verraten: Es geht uns gut - wir haben tolle Zahlen", so Meyer: "Da kann man nicht meckern." Beim Jahresvergleich bis 17. April sanken die durchschnittlichen Einnahmen pro Vorstellung von 120.533 Euro auf 120.073 Euro. Die Zahl der Besucher stieg allerdings unter anderem dank einer um drei auf 214 gesteigerten Zahl an Vorstellungen von 432.164 auf 440.697 Gäste.

Die Sitzplatzauslastung blieb mit 98,54 Prozent (nach 98,71 Prozent) annähernd stabil. Bei der Oper verzeichnete man dabei einen kleinen Rückgang von 99,25 auf 98,94 Prozent, während im Ballett ein Anstieg von 97,39 Prozent auf 97,85 Prozent vermeldet wird. Die Gesamteinnahmen betrugen im Vergleichszeitraum 25,696 Mio. Euro nach 25,432 Mio. Euro im Jahr davor.

In der neuen Spielzeit werden die Tickets im Schnitt um rund fünf Prozent angehoben. Die Stehplatzkarten blieben von der Erhöhung allerdings unbetroffen - somit liege deren Preis bei seinem Ausscheiden 2020 auf demselben Niveau wie bei seinem Antritt, betonte Meyer.

(APA)

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