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US-Luftwaffe kauft Hyperschallrakete für fast eine Milliarde Dollar

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Nach Versuchen mit der X-51a Waverider, einem Hyperschall-Demonstrationsflugzeug, will die US Air Force nun weitere Schritte im Hyperschallbereich machen.APA/AFP/US AIR FORCE/HANDOUT

Russland hat bereits eine Hyperschallrakete getestet, auch China habe ein "ziemlich reifes System": Jetzt soll die Waffenschmiede Lockheed Martin für die USA auch so einen Flugkörper entwickeln. Indessen werden Einschränkungen für den Export von Drohnen gelockert.

Die US-Luftwaffe hat dem Rüstungshersteller Lockheed Martin 928 Millionen Dollar (748 Millionen Euro) für die Entwicklung einer Hyperschallrakete zur Verfügung gestellt. Der Vertrag umfasse alle Elemente einer konventionellen Hyperschall-Langstreckenrakete, die von einem Kampfflugzeug aus abgeschossen werden kann, erklärte das Pentagon am Mittwoch.

Die USA reagieren damit auf die schnell fortschreitende Entwicklung ähnlicher Waffen in Russland und China. Peking habe bereits ein "ziemlich reifes System" für eine Hyperschallrakete mit einer Reichweite von mehreren tausend Kilometern gebaut, erklärte ein Pentagonvertreter am Donnerstag. Mit den heutigen Abwehrsystemen werde die US-Armee "diese Dinger nicht kommen sehen".

Alle Abwehrsysteme überwinden

Hyperschallwaffen, die mit mindestens fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen, können gängige Raketenabwehrsysteme umgehen, weil sie die Richtung während des Flugs ändern und keine voraussehbare Flugbahn wie herkömmliche Raketen haben.

Russlands hatte im März verkündet, erfolgreich eine Hyperschallrakete getestet zu haben. Nach Angaben von Präsident Wladimir Putin kann die Präzisionsrakete vom Typ Kinschal (Dolch) zehnfache Schallgeschwindigkeit erreichen und demnach alle existierende Abwehrsysteme überwinden.

USA heben Einschränkungen für Export von Drohnen auf

Die US-Regierung kündigte unterdessen auch eine Änderung ihrer Waffenpolitik an, um Exporte und Arbeitsplätze zu fördern. So hat das Land etwa am Donnerstag Einschränkungen für den Verkauf von Drohnen aufgehoben, um verbündete Streitkräfte zu stärken und auf dem Waffenmarkt mit China konkurrieren zu können. Die Exportstrategie der Regierung ziele darauf ab, den direkten Handel von US-Firmen mit den Verbündeten auszuweiten, erklärte Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro. 

Mit der Lockerung der Richtlinien für den Waffenexport will das Weiße Haus Exporte und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern. Waffenexporte spielen laut Navarro eine wichtige Rolle in Trumps Plan, das US-Handelsdefizit auszugleichen. Der Markt für Drohnen könne in den kommenden zehn Jahren auf bis zu 50 Milliarden Dollar (40,3 Milliarden Euro) wachsen, erklärte Navarro. Dank der Aufhebung der Handelsbeschränkungen könnten US-Firmen künftig mit "chinesischen Billigkopien" konkurrieren.

Die USA sind die Pioniere der Nutzung unbemannter Flugkörper. Drohnen wurden sowohl vom Militär im sogenannten Krieg gegen den Terror eingesetzt, also auch vom Geheimdienst CIA zur gezielten Tötung mutmaßlicher Kämpfer. Immer wieder werden dabei aber auch Zivilisten getötet - bei Drohnenangriffen der USA sind in Südasien, dem Nahen Osten und am Horn von Afrika Hunderte, vielleicht sogar tausende Zivilisten getötet worden.

(APA)