Zollbeamten-Streik: Griechenland geht bald Benzin aus

Cars line the street as drivers queue for petrol, at a gas station in Athens, Greece, on Friday, Feb.
Cars line the street as drivers queue for petrol, at a gas station in Athens, Greece, on Friday, Feb.(c) AP (Thanassis Stavrakis)
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Ein Streik der Zollbeamten hat Griechenland von Treibstofflieferungen abgeschnitten. Nur 300 der 1300 Tankstellen waren geöffnet. "In ein paar Tagen werden wir kein Benzin mehr haben", sagen die Tankwarte.

Griechenland geht bald der Sprit aus. Ein Streik der Zöllner hat das krisengeschüttelte Land von Treibstofflieferungen abgeschnitten. Am Freitag wurden nur 300 der 1300 Tankstellen in der Hauptstadt Athen zum Tanken geöffnet. Einige Inseln saßen bereits völlig auf dem Trockenen.

"In ein paar Tagen kein Benzin mehr"

Mit ihrem Ausstand protestieren die Zollbeamten seit Tagen gegen das radikale Sparprogramm, mit dem die griechischen Regierung den immensen Schuldenberg des Landes abbauen will. Die massiven Proteste sollen noch ausgeweitet werden: Am 24. Februar wollen Gewerkschaften mit einem Ausstand das gesamte öffentliche Leben lahmlegen. Schon in den nächsten Tagen könnten die Versorgungsengpässe schlimmer werden.

Die Zollbeamten wollen noch bis kommenden Mittwoch weiter streiken. "In ein paar Tagen werden wir überhaupt kein Benzin mehr haben und alles wird lahm liegen", sagte ein Sprecher der Tankwarte Griechenlands im Radio. Vor den noch offenen Tankstellen bildeten sich vor dem Wochenende bereits lange Warteschlangen, wie das Fernsehen zeigte. Zugleich traten am Freitag die Taxifahrer in einen 24-stündigen Streik.

Wirtschaft am "Rande des Abgrunds"

"Wir können weder exportieren noch importieren und müssen noch zusätzlich Lagergebühren zahlen", protestierten Vertreter der Händler im Fernsehen. Die Wirtschaft des Landes stehe "am Rande des Abgrunds", erklärten sie.

Wegen seiner enormen Schulden und Defizite hatte die EU Griechenland am Dienstag in beispielloser Weise unter Aufsicht gestellt. Die Gewerkschaften wenden sich mit den Streiks gegen die Sparmaßnahmen der sozialistischen Regierung, die die Verschuldung des Landes massiv senken muss. Das Defizit als Anteil des Bruttosozialproduktes (BIP) muss von knapp 13 Prozent bis zum Jahresende um mindestens vier Prozentpunkte gedrückt werden. Anderenfalls sollen weitere Kürzungen und Einsparungen von Brüssel verordnet werden.

Die EU plädiert für höhere Steuereinnahmen und Einsparungen bei Renten und Sozialabgaben. Athen hat bisher Lohnkürzungen von fast zehn Prozent für alle Staatsangestellten beschlossen. Tabak, Spirituosen und Treibstoffsteuern wurden drastisch erhöht.

(Ag.)

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