Salzburger Dämpfer für Rot, Blau bleibt unter den Erwartungen

Salzburgs SPÖ-Chef Walter Steidl
Salzburgs SPÖ-Chef Walter SteidlAPA/EXPA/JFK

SPÖ-Chef Kern kam gar nicht erst nach Salzburg. Was aus dem dortigen roten Obmann Steidl wird, ist offen. Und auch die FPÖ hat nicht nur Grund zur Freude: Seit sie in der Bundesregierung sitzen, blieben die Blauen stets unter den eigenen Erwartungen.

Im Februar verkündete SPÖ-Chef Christian Kern noch mit einem Lächeln im Gesicht: Die Roten hätten "die FPÖ zum dritten Mal in Folge auf Platz drei verwiesen - ein Zeichen dafür, wie stark die Sozialdemokratie in ganz Österreich ist". Gemeint waren das Plus von 0,04 Prozentpunkten bei der Nationalratswahl, die plus 2,35 Prozentpunkte in Niederösterreich und die plus 3,53 Prozentpunkte in Tirol. Wenige Wochen später folgte in Kärnten nicht nur ein Zugewinn an Stimmen, sondern gleich der eindeutige Wahlsieg (mit plus 10,8 Prozentpunkten holte die SPÖ 47,9 Prozent) - und Kern konnte neben Landeshauptmann Peter Kaiser jubeln. Nun, bei der vierten Landtagswahl in diesem Jahr, war weder von einem Plus noch von Kern etwas zu sehen.

Tatsächlich hatte der Bundesparteichef seinen Besuch bei dem Salzburger Spitzenkandidaten Walter Steidl kurzfristig abgesagt. Auch eine Stellungnahme zum Urnengang ließ am Sonntag auf sich warten.

Geschuldet gewesen sei das der "krachenden Niederlage" - nicht nur für die SPÖ, sondern "für die Linksparteien" (während die SPÖ in Salzburg auf ihr schlechtestes Ergebnis abrutschte, wurden die Grünen halbiert), analsyiert Politik-Berater Thomas. Sein Kollege, Meinungsforscher Peter Hajek, bestätigt den Eindruck: Rot und Grün hätten nun ein "ganz schlechtes Ergebnis" zu verdauen.

 

Der Absturz glich am Sonntag einem Krimi: Knapp mehr als 20 Prozent wurden den Sozialdemokraten am Nachmittag in den Hochrechnungen ausgewiesen - und über längere Zeit sah es auch nach ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der FPÖ aus. Dieses entschied letztlich zwar Steidl für sich, musste sich aber sogleich Fragen nach seinem Rücktritt gefallen lassen. Denn eigentlich war erwartet worden, dass sich die SPÖ nach dem Einbruch um 15,6 Prozentpunkte im Jahr 2013 samt Verlust von Platz eins und des Landeshauptfrau-Sessels wieder erholen wird.

Regierungsbank drückt blaue Wahlergebnisse

Unter den (eigenen) Erwartungen, aber mit einem Plus, ging die Wahl für die FPÖ zu Ende: Zwar legte die Partei mit ihrer 25 Jahre jungen Obfrau Marlene Svazek zu, bleibt aber hinter ihrem Wahlziel zurück. Dieses hatte gelautet: das bisher beste blaue Ergebnis in Salzburg zu erzielen. Dafür wären 20 Prozent notwendig gewesen. Dass es damit nicht geklappt hat, liege - so Svazeks Rechtfertigung am Wahlabend - wohl (auch) am langjährigen, ehemaligen Parteichef Karl Schnell. Mit beinahe fünf Prozent nahm seine FPS der FPÖ so viel weg, dass sie nur um weniger als zwei Punkte zulegte. Dennoch könnten die Freiheitlichen in Salzburg in die Landesregierung einziehen - und Svazek Vize-Landeshauptfrau werden. Die FPS hingegen scheiterte.

Faktum ist, dass die Freiheitlichen schlechter abschnitten, als vor ihrem Eintritt in die Bundesregierung zu erwarten war. Damit setzt sich ein Trend fort: Schon die vorigen drei Landtagswahlen haben diesen Bremseffekt für die FPÖ gezeigt. Zwar legten die Freiheitlichen in Niederösterreich, Tirol und Kärnten jeweils um etwas mehr als sechs Prozentpunkte zu, aber von niedrigen Ausgangslagen. Mit Oppositionsbonus hätten die Blauen - wie die Umfragen zeigten - die SPÖ in Niederösterreich und Tirol ziemlich sicher überholt und in Kärnten jedenfalls Chancen auf Platz eins gehabt.