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Zertifikate: Investieren in Blockchain

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Nicht nur Kryptowährungen basieren auf Blockchain, längst wird sie auch von vielen Firmen eingesetzt. Eine neue Chance für Anleger.

Wien. Noch steht sie erst am Anfang, die sogenannte Blockchain-Technologie. Doch seit der fulminanten Achterbahnfahrt der Kryptowährungen, die darauf zugreifen, ist sie in aller Munde. Grob gesagt handelt es sich bei ihr um ein dezentral und virtuell geführtes „Buchhaltungssystem“, das Transaktionen möglichst sicher und dauerhaft speichern soll. In den Datenbanken werden also Transaktionen zwischen Parteien, einerlei ob Unternehmen oder Privatpersonen, digital dokumentiert. So kann sichergestellt werden, dass diese tatsächlich stattgefunden haben – und vor allem nicht mehr verändert werden können.

Verständlich, dass diese neue Technologie längst nicht nur bei Kryptowährungen eingesetzt wird. Auch außerhalb des virtuellen Zahlungsverkehrs gibt es immer mehr Anwendungen. Dazu zählen jüngst etwa die ambitionierten Vorhaben des US-Lebensmittelhändlers Walmart, der bereits vor rund zwei Jahren ein Pilotprojekt gestartet hat. Schließlich möchte Walmart anhand der Blockchain-Technologie die Produktions- und Transportbedingungen von Produkten klar festhalten können.

 

Vielfältige Anwendungen

Eine Blockchain-Lösung wurde vom IT-Konzern IBM entwickelt, der schon zahlreiche Projekte aus dem Bereich umgesetzt hat. Nun wählte man vorigen August ein globales Konsortium mit anderen Branchenkonzernen wie Nestlé als weitere Partner aus, um eine Blockchain-Lösung rund um den Globus für eine höhere Lebensmittelsicherheit zu entwickeln.

Es gibt auch reichlich andere Beispiele. So hat IBM unlängst auch ein Gemeinschaftsunternehmen mit der weltweit größten Containerschiff-Reederei Maersk aus Norwegen gegründet, um blockchainbasierte Lösungen für die Schifffahrt zu entwickeln. Das Joint-Venture soll Versandlieferketten transparenter machen und bürokratisches Zettelwerk möglichst eliminieren. Und die US-Kreditkartenfirma American Express kündigte im November 2017 eine Partnerschaft mit der US-Kryptowährung Ripple sowie der spanischen Banco Santander an. Zudem hat etwa der US-Flugzeugbauer Boeing beim Patentamt eine Anmeldung für eine Blockchain-Plattform eingereicht. Anhand dieser soll sichergestellt werden, dass Piloten eine Möglichkeit haben, ihren vorgegebenen Kurs beizubehalten, selbst wenn die Elektronik im Cockpit einmal versagen sollte.

Angesichts der steigenden Nachfrage nach der Blockchain-Technologie muss sie auch laufend weiterentwickelt werden. Dabei können interessierte Anleger, die sich das Risiko zutrauen, auf einen ganzen Aktienindex an Firmen setzen, die sich damit befassen. Genauer gesagt umfasst der Solactive Blockchain Technology Performance-Index jene Konzerne, die ein erhebliches wirtschaftliches Engagement im Bereich der Blockchain aufweisen. Enthalten sind insgesamt 20 Mitglieder, die großteils aus den USA kommen.

 

Index- und Turbozertifikat

Die größten Einzelgewichtungen im Index entfallen auf den US-Softwarehersteller Red Hat, den Chiphersteller Intel und den IT-Ausrüster Cisco. Aber auch die chinesische Suchmaschine Baidu ist enthalten, gleich wie der IT-Consulter Infosys aus Indien. Auf den Index selbst bietet Vontobel ein Indexzertifikat (DE000VL9NBT1) an.

Alternativ können Anleger auf einen weiteren Anstieg etwa bei Intel mittels eines Turbozertifikats setzen. Hier bietet etwa die Commerzbank ein Produkt an (DE000CV3RR46). Der aktuelle Hebel liegt bei 2,64. Die Barriere liegt bei 33,322 Dollar. Berührt oder fällt der Aktienkurs von Intel darunter, verfällt das Zertifikat wertlos. Auch sollten Anleger das Währungsrisiko beachten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2018)