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Ägypten stellt Belästigung von Touristen unter Strafe

Aggressiven Verkäufern und Bettlern droht in Ägypten ab sofort eine Geldstrafe. Ein neues Gesetz soll Touristen schützen - und wieder anlocken.

Um die Pyramiden von Gizeh, im Tal der Könige und in anderen Touristenhochburgen soll es in Zukunft deutlich ruhiger werden. Ausländische Gäste zu belästigen, anzubetteln oder ihnen Waren aufzudrängen, all das steht in Ägypten ab sofort unter Strafe. Bis zu 10.000 Ägyptische Pfund, etwa 460 Euro, kann ein Verstoß gegen das neue Gesetz kosten. Verboten ist nicht nur, Souvenirs aggressiv anzubieten, sondern auch Dienstleistungen wie Führungen und Kamelritte aufzuschwatzen. Sogar penetrantes Verhalten gegenüber Touristen, die Ägyptens Sehenswürdigkeiten oder Museen besuchen, wird bestraft.

Die Regierung in Kairo hofft, mit dem neuen Gesetz den Tourismus anzukurbeln, schreibt die britische Tageszeitung The Guardian. Die von der unsicheren politischen Lage und islamistischem Terrorismus angeschlagene Branche ist gerade dabei, sich zu erholen. Mit dem Hotelprojekt in El Alamein und dem Bau des Grand Egyptian Museum will Ägypten weitere Touristen anlocken. Das weltweit größte archäologische Museum soll Ende 2018 eröffnet werden.

Auch Österreicher kehren zurück

Fast 15 Millionen Touristen kamen im Jahr 2010 nach Ägypten, bevor sich die Zahl der ausländischen Gäste 2011 mehr als halbierte. Nach dem Sturz des damaligen Präsidenten Hosni Mubarak und wegen anschließender Unruhen blieben die Touristen aus. Seit 2016 buchen wieder mehr Menschen. 8,3 Millionen Touristen kamen nach Angaben der Wirtschaftskammer Österreich 2017 ins Land. Heuer wird mit einem weiteren Anstieg enormen gerechnet: Bis Ende April erwartet ein Sprecher des ägyptischen Parlaments vier Millionen Gäste.

Auch die Österreicher dürften ihre Ängste überwunden haben. Sie reisten heuer zu Ostern am liebsten nach Spanien. Am zweitbeliebtesten bei Pauschalreisen war Ägypten, sagt die Verkehrsbüro Group in Wien.

Lebenslang für Schmuggel von Antiquitäten

Gemeinsam mit dem Belästigungsverbot wurden auch härtere Strafen gegen illegalen Antiquitätenhandel und die Zerstörung antiker Stätten beschlossen. Darauf stehen Geldstrafen bis zu 250.000 Ägyptische Pfund (11.500 Euro), schlimmstensfalls lebenslange Haftstrafen, berichtet Egypt Today.

(tw)