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„Uber, brauch ma net, könnt ja jeder kommen“

Archivbild: Taxifahrer machten schon gegen Uber mobil
Archivbild: Taxifahrer machten schon gegen Uber mobilREUTERS
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Kommentar Wien ist gerettet, das Taxi-Oligopol hat gesiegt.

Jetzt hat es Uber auch in Wien erwischt. Was heißt erwischt? Dem Fahrtendienst aus San Francisco wurde auf gut wienerisch die Luft ausgelassen. Nicht weil sich Chauffeure wie andernorts an Kundinnen vergriffen haben, nicht weil Mitarbeiter mies behandelt oder bei Steuern getrickst wurde. Uber hat sich schändlicherweise nicht an die Wiener Taxi-, Mietwagen- und Gästebetriebsordnung gehalten. Dieses Verbrechen muss gesühnt werden. Fährt ein Uber-Fahrer trotz Einstweiliger Verfügung, riskiert er 100.000 Euro Strafe. Abendland gerettet, Wien bleibt Wien.

Dass sich die Taxi-Lobby gegen Uber durchgesetzt hat, kommt eigentlich gar nicht so überraschend. Wenn etwas für die hierzulande noch immer verbreitete „Brauch ma net, woll ma net, könnt ja ein jeder kommen“-Mentalität steht, dann so Protektionismusgesetze wie die Wiener Taxi-, Mietwagen- und Gästebetriebsordnung. Direkt ein Wunder, dass wir nicht noch mit Pferdekutschen herumtraben.

Uber ist wahrlich kein Weltverbesserungsverein. Uber ist genauso wie andere Taxiunternehmen darauf aus, viel zu verdienen. Aber bei Uber hatte man als Fahrgast öfter das Gefühl, Kunde zu sein - und keine Last - als bei so manchem Taxifahrer, der sich streng an die Wiener Taxi-, Mietwagen- und Gästebetriebsordnung hält.

Die Taxifahrer haben einen Sieg errungen und eine Chance vertan: Die Chance, besser zu werden.

E-Mails an: gerhard.hofer@diepresse.com