Schnellauswahl

Raunzen I: Die Knie tun weh

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sprechblase Nr. 236. Warum die „Mühen der Ebene“ irrelevant sind.

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass sich positives Denken alles andere als negativ auswirkt. Es sei denn, man darf nicht mehr ansprechen, was ist, und jedes Problem ist zwanghaft als „Chance“ zu bezeichnen.

Im Business-Sprech geht es mitunter nicht darum, Lösungsorientierung (Stichwort: Sag Chance zum Problem!), sondern Leistungsbereitschaft und Ausdauer zu demonstrieren. Dann ist von den – Achtung Sprechblase – „Mühen der Ebene“ die Rede und wie heldenhaft man sie bewältigt.

Wanderer und Läufer kennen diese Mühen nicht. Ihnen setzen dort höchstens Langeweile und der Gegenwind zu. Ins Schwitzen kommen sie, wenn es bergauf geht. Oder bergab, wenn die Knie lädiert sind. Geht es mit Unternehmen bergab, wird es erst richtig mühsam. Und die Mühen der Ebene wirken dann wie ein Kindergeburtstag.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.