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EU beschließt Verbot von Neonicotinoiden

Berliner Imker warnen vor Giftstoffen
Nach Kontakt mit Neonicotinoiden werden Bienen desorientiert und finden ihren Stock nicht mehr.APA/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene
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Wie erwartet hat auch Österreich dem Verbot der als Bienen-Gift geltenden Pestizide zugestimmt. Die zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger erwartet nun Hilfe für die betroffenen Rübenbauern.

Am Freitag wurde auf europäischer Ebene das vollständige Verbot für jene drei Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide beschlossen, die dafür verantwortlich gemacht werden, zum langfristigen Bienensterben beizutragen. Wie im Vorfeld berichtet hat auch Österreich dem Verbot zugestimmt. „Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Überzeugung, dass wir alles dafür tun müssen, um Bienen zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten", so die zuständige Bundesministerin Elisabeth Köstinger zur Abstimmung. "Uns war stets eine gemeinsame europäische Lösung wichtig, die für alle Mitgliedsstaaten verbindlich ist." 

Allerdings bringe das Verbot nun vor allem für Rübenbauern große Schwierigkeiten, weil es keine kostengünstigen alternativen Mittel gegen Schädlinge wie den Rüsselkäfer gebe. Köstinger erklärte daher, an einem Maßnahmenplan für die Rübenbauern zu arbeiten und forderte auch den Handel, NGOs und die Industrie auf, die heimischen Zuckerproduzenten "bestmöglich zu unterstützen". Schon demnächst solle es einen entsprechenden Aktionsgipfel geben.

Das Verbot der als Bienen-Killer geltenden drei Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam soll bis Jahresende in Kraft treten. Eine EU-Kommissionssprecherin sagte am Freitag in Brüssel, zunächst müsse die EU-Kommission den Rechtsakt formal annehmen und im EU-Amtsblatt veröffentlichen. Danach könne das Verbot nach sechs Monaten in Kraft treten.

Bienen in Gefahr(c) APA

Freude und Ärger

Das Verbot hat bei Umweltorganisationen für Freunde gesorgt. Greenpeace begrüßte den Beschluss in einer Aussendung, Global 2000 sprach von einem "guten Tag für Biene, Hummel und Schmetterling". Kritik gab es hingegen von der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP): Die Entscheidung besiegle das "Aus für die Zuckerrübe".

Als "voreiligen und unerwarteten Entschluss" bezeichnete hingegen Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP), die Entscheidung. "Die Mitgliedsstaaten sind sich ihrer Verantwortung scheinbar nicht bewusst, wenn sie dem Populismus der NGOs folgen und derart wichtige Wirkstoffe für alle Kulturen verbieten. Damit richten sie immensen Schaden für die Landwirte an", sagte Stockmar. Die EU-Mitgliedsstaaten hätten mit ihrem Beschluss das "Aus für die Zuckerrübe" besiegelt.

 

(jaz)