Ex-NPD-Chef Voigt soll bei FPÖ-naher Burschenschaft "Olympia" auftreten

Udo Voigt (Archivbild)(c) imago stock&people (imago stock&people)

Dem "Falter" liegen Informationen des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands vor, wonach heute, Freitag, der Ex-NPD-Chef Udo Voigt Gastredner bei der Burschenschaft "Olympia" sein soll. Mitglieder dort sind hochrangige FPÖ-Politiker.

Der deutsche NPD-Politiker Udo Voigt soll nach Informationen des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW) am heutigen Freitag auf Einladung der Burschenschaft "Olympia" in Wien auftreten. Das berichtete die Wochenzeitung "Falter" am Freitag auf ihrer Website.

Die "Olympia" unterhält enge Verbindungen zur FPÖ. Der freiheitliche Justizsprecher Harald Stefan ist ebenso Olympe wie der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Martin Graf und der freiheitliche Klubdirektor Norbert Nemeth. Nemeth und Stefan sind auch Mitglieder der blauen "Referenzgruppe" der FPÖ-Historikerkommission, die die Parteigeschichte untersuchen soll.

Vizekanzler Heinz-Christian Strache teilte mit, nichts "von so einer Veranstaltung" zu wissen. Nemeth, Graf und Stefan gingen dann am späten Freitagnachmittag auf Distanz zu der Veranstaltung. Sie seien nicht in die Organisation der Veranstaltung eingebunden gewesen, hätten erst kürzlich davon erfahren und würden auch nicht daran teilnehmen, teilten sie dem "Falter" mit. "Wir stimmen nicht mit den politischen Ansichten des Herrn Voigt überein", erklärte der freiheitliche Justizsprecher Stefan im Namen der drei Männer.

Udo Voigt war von 1996 bis 2011 Parteivorsitzender der rechtsextremen NPD, seit 2014 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments - als erster und einziger Abgeordneter der neonazistischen Partei. 2012 wurde Voigt wegen "Volksverhetzung" verurteilt, weil er die Waffen-SS verherrlichte und einen ausländerfeindlichen Werbespot verbreitet hatte. Unter der Führung des Politikwissenschaftlers und früheren Hauptmannes der deutschen Bundeswehr zog die NPD damals in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein.

>> zum Bericht des "Falter"

(APA)