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Trump soll Schweigegeld an Pornodarstellerin aus eigener Tasche gezahlt haben

Giuliani ist ein langjähriger Freund Trumps.REUTERS/Mike Segar/File Photo
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Der US-Präsident sei selbst für 130.000 Euro, mit denen er seine Affäre geheim halten wollte aufgekommen, sagt Trumps Anwalt Rudy Giuliani. Trump räumt die Zahlung ein, bestreitet aber weiterhin die Affäre.

Der Anwalt von US-Präsident Donald Trump lässt in einem Interview eine Bombe platzen: Trump habe einem Anwalt 130.000 Dollar erstattet, mit denen eine mutmaßliche Affäre mit einer Pornodarstellerin Stormy Daniels geheimgehalten werden sollte, sagte Trumps Rechtsberater, der Ex-Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani am Mittwoch dem Sender Fox News. Das Geld sei von Trumps Anwalt Michael Cohen gezahlt worden, der Präsident habe es über mehrere Monate hinweg zurückerstattet.

"Soweit ich weiß, kannte er nicht die Einzelheiten, aber generell wusste er, wie Michael solche Dinge klärt." Giuliani ist ein langjähriger Freund Trumps und seit April einer seiner Rechtsberater.

Trump äußerte sich am Donnerstag schließlich selbst via Twitter. Er räumte ein, dass Cohen Geld erhalten habe für eine Vereinbarung mit "Ms. Clifford", um "die falschen und erpresserischen Anschuldigungen über eine Affäre zu stoppen, obwohl sie bereits einen detaillierten Brief unterschrieben hatte, in dem sie zugab, dass es keine Affäre gab".  Die Pornodarstellerin heißt mit bürgerlichem Namen Stephanie Cliffords. Es handele sich um eine private Vereinbarung, die nichts mit Wahlkampfgeld zu tun habe, schrieb Trump weiter.

Cohen hatte die Summe vor der Präsidentschaftswahl 2016 an die Pornodarstellerin gezahlt, damit sie nicht öffentlich über ein angebliches sexuelles Abenteuer mit Trump spricht. Trump hatte zunächst jegliche Kenntnis von einer Zahlung an Daniels abgestritten. Zuletzt räumte er ein, dass Cohen einen "Deal" mit der Pornodarstellerin gemacht habe.

Die Pornodarstellerin zog gegen Trump vor Gericht.APA/AFP/EDUARDO MUNOZ ALVAREZ

Die Zahlung ist vor allem deshalb brisant, weil es sich um eine mutmaßliche Wahlkampfhilfe für Trump und damit womöglich auch um eine nicht deklarierte und somit illegale Wahlkampfspende gehandelt haben könnte. Das bestritt auch Giuliani allerdings.

Als Trump Anfang April von Journalisten gefragt wurde, ob er von der Zahlung an Daniels wusste, sagte er "nein" und verwies auf Cohen. Dieser bezahlte das Geld nach eigener Aussage aus seiner Tasche und bekam die Summe nicht erstattet.

Das Präsidialamt hatte dementiert, dass Trump mit Stormy Daniels Sex hatte. Sie selbst hat den Präsidenten wegen Verleumdung verklagt.

(APA/AFP/Reuters)