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Oscar-Akademie schließt Cosby und Polanski aus

Späte Sanktion: Der 80-jährige Cosby und der 84-jährige Polanski müssen die Akademie verlassen.
Späte Sanktion: Der 80-jährige Cosby und der 84-jährige Polanski müssen die Akademie verlassen.AFP
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Beide hätten mit Sexualdelikten gegen die Verhaltensrichtlinien verstoßen, sagen die Oscar-Macher. Cosby sei "unschuldig", verkündet jedoch seine Ehefrau.

Entertainer Bill Cosby ist wegen sexueller Nötigung verurteilt, bei Roman Polanski ermittelt die US-Justiz schon seit fast 40 Jahren - nun hat die Oscar-Akademie die greisen Filmgrößen aus ihren Reihen ausgeschlossen.

Beide hätten gegen die Verhaltensrichtlinien der Akademie verstoßen, erklärt der Aufsichtsrat der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Die Mitglieder seien verpflichtet, "die Werte der Akademie in Bezug auf die Menschenwürde hochzuhalten".

Der heute 84-jährige Regisseur Roman Polanski hat 1977 zugegeben, Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben, den Vorwurf einer Vergewaltigung aber zurückgewiesen. Polanski verbrachte damals 42 Tage unter psychiatrischer Beobachtung und floh aus Angst vor einer längeren Gefängnisstrafe 1978 unmittelbar vor der Urteilsverkündung nach Frankreich. Er hat die USA seitdem nie wieder betreten, Polen ihn bislang nicht ausgeliefert. Das Opfer hat ihm öffentlich verziehen und einen Abbruch der Ermittlungen befürwortet. In Cannes war Polanski 2017 wie gewohnt eingeladen, doch den Vorsitz bei der Verleihung der französischen Filmpreise "Césars" hat er im vergangenen Jahr nach Protesten zurückgelegt.

Cosby ist vor einigen Tagen von einem Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania wegen sexueller Nötigung verurteilt worden. Die Jury sah es als erwiesen an, dass der durch die "Bill Cosby Show" weltberühmt gewordene Schauspieler 2004 eine damalige Universitätsangestellte gegen ihren Willen mit Tabletten handlungsunfähig gemacht und dann begrapscht hat. Zudem werfen mehr als 60 Frauen Cosby sexuelle Übergriffe vor, die meisten sind jedoch strafrechtlich verjährt.

Cosbys Ehefrau Camille meldete sich am Donnerstag erstmals seit dem Urteil per Facebook zu Wort: Ihr Ehemann sei "unschuldig", der Prozess unfair gewesen.

(APA)