Raunzen II: Ein Lkw in Wien

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sprechblase Nr. 237. Warum das „Dilemma der letzten Meile“ rätseln lässt.

Von „Mühen der Ebene“ war im Teil I der „Raunzen“-Miniserie vergangene Woche die Rede. Die heutige Sprechblase: „Das Dilemma der letzten Meile“.
Sprechen Logistiker von ihm, ist das einigermaßen nachvollziehbar: Mit einem 40-Tonnen-Lkw Kunden in Wiens Innenstadt zu beliefern, ist echt dilemmatisch.

Bei allen anderen (besonders Projektleuten), die vom „Dilemma der letzten Meile“ sprechen, stellt sich die Frage: Warum sollte es immer ausgerechnet die letzte Meile sein, die Sorgen bereitet? Weil sie vieles erst auf den letzten Drücker erledigen oder schlecht geplant haben, was sie besonders im Projektfinale spüren?

Und heißt es letzte „Meile“? Bekommt Österreich das Dilemma gar nicht zu spüren, weil wir metrisch – und nicht in Meilen rechnen? Eher ist die deutsche Version des „last mile dilemma“ ein „Dilemma der schlechten Übersetzung“.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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