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Bologna-Gipfel: Schleppende Mobilisierung für Proteste

(c) REUTERS (ARND WIEGMANN)
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Bologna-Jubiläumsgipfel der Wissenschaftsminister in Wien: 10.000 Gegendemonstranten werden erwartet. Die Vernetzung der Organisationen ist aber erst "im Entstehen". Eine Blockade der Hofburg ist angedacht.

Schleppende Mobilisierung für die Gegenveranstaltungen der Studentenprotestbewegung zum Bologna-Jubiläumsgipfel der Wissenschaftsminister. Dieser soll am 11. und 12. März in der Wiener Hofburg stattfinden. Neben den Globalisierungskritikern von Attac haben sich bisher nur diverse linke und Gewerkschaftsgruppen sowie die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) für die Bologna-"Aktionstage" vom 11. bis 14. März angekündigt - also jene Organisationen, die schon bei den Hörsaalbesetzungen aktiv waren.

Am 3. März soll es noch ein Treffen der ehemaligen Hörsaalbesetzer mit anderen Gruppen geben, auf deren Unterstützung gehofft wird, sagte Mitorganisator Martin. Die Vernetzung sei "erst im Entstehen".

Auf diversen Internetplattformen, die bei den Hörsaalbesetzungen als wichtiges Mobilisierungsinstrument gedient hatten, lässt vorerst wenig auf eine mögliche Massenbewegung oder gar auf die erhoffte rege internationale Teilnahme schließen. Während es die Fangruppe der Besetzung des Audimax auf der sozialen Plattform Facebook auf 30.800 Mitglieder bringt, brennen die Aktionstage unter dem Motto "Bologna Burns" mit gerade einmal 1500 Personen vorerst noch auf Sparflamme.

Dennoch hofft Mitorganisator Martin auf 10.000 Teilnehmer bei der Demonstration am 11. März, das sei allerdings seine "persönliche Meinung". Zum Vergleich: An der größten Demo im Rahmen der Hörsaalbesetzungen haben laut Veranstaltern 50.000, laut Polizei 10.000 Personen teilgenommen.

Demo-Teilnehmer aus Italien und Deutschland

Demonstranten aus anderen Ländern dürften vorwiegend aus Italien und Deutschland kommen, dort werden bereits Busse nach Wien organisiert. Der Aufruf zur Teilnahme kursiert allerdings auch auf den Seiten von Studenteninitiativen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Italien, Frankreich und Griechenland und jener des International Student Movement, das im vergangenen Herbst internationale Protesttage ausgerufen hat.

Aber bei der Planung hakt es noch an manchen Stellen: Die Gruppe ist derzeit "verzweifelt auf der Suche" nach einem Standort für ihre "Protestbühne", auf der Bands gegen den offiziellen Gipfel in der Hofburg anspielen sollen. Ursprünglich sollte die Veranstaltung am "Ballhausplatz/Held_innen Platz" stattfinden, wie es auf der Facebook-Seite zur "Auditorium Maximum - Paint It Black"-Veranstaltung heißt.

Der Fokus bei den Vorbereitungen liege aber ohnehin auf der beim Westbahnhof startenden Demonstration am 11. März und den Blockaden, so Mitorganisator Martin. Wie letztere aussehen könnten, ist allerdings nach wie vor "sehr vage". Sicher sei, dass es "friedliche Massenblockaden" geben soll, "es werden sicher keine Molotow-Cocktails geschmissen werden". Der Wunschort für die Aktion steht übrigens schon fest: "Wir überlegen derzeit, wie wir die Hofburg blockieren können."

(APA)