Die Milchkühe wurden in den vergangenen Jahrzehnten weniger, die Milchleistung mehr.
Dass ein Kalb bei seiner Mutter aufwächst, ist zwar ein schöner Gedanke, in Österreich allerdings die Ausnahme. Während muttergebundene Kälberaufzucht bei der Fleischproduktion üblich ist, werden die Kälber in der Milchwirtschaft innerhalb der ersten Woche nach der Geburt von der Mutter getrennt.
„In ganz Österreich gibt es vielleicht eine Handvoll Betriebe, die muttergebundene Kälberaufzucht machen“, sagt Josef Weber, Milchwirtschaftsberater der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Wobei es drei Arten der muttergebundenen Aufzucht gibt, die je nach Intensität des Kontaktes variieren: Jene, wo das Kalb dauernd bei der Kuh ist und immer trinken kann (wie es der Weinkirnhof praktiziert, siehe oben). Bei der zweiten Variante ist das Kalb halbtags bei der Kuh. Oder der Nachwuchs wird zwei Mal am Tag zur Kuh gelassen. Üblich ist, dass das Kalb in der ersten Woche nach der Geburt von der Mutter getrennt wird und mit einer Mischung aus Muttermilch und Milchpulver aufgezogen wird. „Sechs bis acht Wochen nach der Geburt bekommt das Kalb Vollmilch“, erklärt Weber.