Die Ratingagentur Standard & Poor's droht damit, Griechenland im Laufe des nächsten Monats erneut schlechter zu bewerten. Das würde Kredite zusätzlich verteuern. Der Eurokurs fiel unter 1,35 Dollar.
Wegen seiner anhaltend hohen Staatsverschuldung muss Griechenland mit einer weiteren Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit rechnen. Die Ratingagentur Standard & Poor's kündigte am Mittwoch an, eine zusätzliche Verringerung der Bonität sei im Laufe des kommenden Monats möglich. Zunächst werde das derzeitige Rating aber beibehalten, erklärte die Agentur in London. Ein schlechteres Rating würde neue Darlehen verteuern - und die Bonität des Landes damit noch weiter verringern.
Die Sorgen um eine Herabstufung von Griechenland belasteten am Donnerstag auch den Euro, der deutlich unter die Marke von 1,35 US-Dollar gedrückt wurde. Zeitweilig lag die Gemeinschaftswährung bei einem Kurs von 1,3452 Dollar. Der Eruo war am Mittwochnachmittag noch über 1,36 Dollar gehandelt worden. Gegenüber dem japanischen Yen verzeichnete der Euro ein Ein-Jahres-Tief.
Die Ratingagentur Moody's hat dagegen Griechenland ein stabiles Rating in Aussicht gestellt. Sollte die Regierung in Athen in den kommenden Monaten ihren Sparplan wie versprochen umsetzten, könnte es bei der Einschätzung von A2 bleiben. Moody's deutete sogar eine Anhebung des Ausblicks auf stabil von derzeit negativ an.
In Griechenland protestierten am Mittwoch rund 50.000 Menschen gegen das Sparprogramm der Regierung, die auf Druck der EU die Staatsschulden drastisch senken muss. Geplant sind unter anderem eine Anhebung des Rentenalters, die Kürzung von Beamtenbezügen und Steuererhöhungen. Die Regierung will damit diesen Sparmaßnahmen das massive Haushaltsdefizit von zuletzt 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mindestens vier Prozentpunkte senken.
(APA)