Hofer4Excellence

Superleader gesucht: Menschen, die bewegen

Karriere-Talk bei Hofer4Excellence
Karriere-Talk bei Hofer4Excellence(c) Guenther Peroutka

Richtig zu führen beginne bei sich selbst, sagt Managementcoach Nicole Brandes. Beim Karriere-Talk für High Potentials empfahl sie, von Mick Jagger zu lernen und „Thinker“, „Fighter“, „Lover“ und „Dreamer“ zu sein.

Management sei wie ein Dauergeburtstag. Jeden Tag eine neue Überraschung: So beschreibt Nicole Brandes die Herausforderung einer Führungskraft in der digitalen Welt. In ihrer Keynote beim Karriereevent Hofer4Excellence für High Potentials am vergangenen Montag in Wien stellte die ehemalige Topmanagerin schnell klar, dass junge Führungskräfte weit mehr zu meistern haben, als bloß Geburtstag zu feiern.

„Leadership 4.0 – Helden im digitalen Tornado“ war das Motto des Abends, zu dem das Handelsunternehmen Hofer rund 100 Studierende eingeladen hatte. Dabei gehe es gar nicht darum, Superheld zu sein, sagt Brandes, die heute als Managementcoach tätig ist. Vielmehr rief sie die Studierenden auf, Superleader zu sein. Denn das seien jene, „die Menschen bewegen und ihre Welt verändern“. Eine Bildergalerie zum Event finden Sie hier.

Das Undenkbare denken

Richtig zu führen beginne bei sich selbst, sagte die Schweizerin. Es sei wichtig, die Balance zwischen den vier Rollen einer Führungskraft zu halten und je nach Situation „Thinker“, „Fighter“, „Lover“ oder „Dreamer“ zu sein.

Keynote-Speakerin Nicole Brandes
Keynote-Speakerin Nicole Brandes(c) Guenther Peroutka

Für den Thinker sei das Nein ein Tabu und alles möglich. Dabei müsse ein Fokus gesetzt werden, meinte Brandes: „Laserscharf und systematisch.“ Zu fokussieren sei in einer immer komplexer werdenden Welt, in der vieles gleichzeitig passiere, enorm wichtig. Sie rät zu fokussieren, aber nicht nur auf das, was man erreichen möchte, sondern auch „auf das Undenkbare“.

Der Fighter müsse sich durchbeißen, sich gegen die eigene Angst durchsetzen. „Durchbrechen Sie die eigene Komfortzone“, forderte Brandes die Studierenden auf. Auch Hofer-Generaldirektor Günther Helm empfahl den Studierenden im Karriere-Talk nach der Keynote, Neues auszuprobieren. Seinen Mitarbeitern sei es erlaubt, auch einmal Fehler zu machen: Denn Perfektion von Anfang an, „das ist langweilig“. Christina Holweg, stellvertretende Leiterin des Instituts für Handel und Marketing der WU Wien, pflichtete ihm bei. Sich schwierigen Situationen zu stellen und nicht aufzugeben, das mache stolz, es mache stärker. „Und die Hürde existiert beim nächsten Mal nicht mehr.“

Diskussion im exklusiven Rahmen
Diskussion im exklusiven Rahmen(c) Guenther Peroutka

Lover zu sein, meinte Brandes, könne ein Manager etwa von Mick Jagger lernen. Denn echte Rockstars wie er würden Menschen bewegen – selbst wenn sie 70 Jahre alt sind. Gerade in der digitalen Welt sei das entscheidend: „Alles lässt sich digitalisieren, außer die Beziehungen.“ Darum rät Brandes den Studierenden, neben Experten im Fach auch Experten für Menschen zu werden. Frei nach dem Motto „Lieben Sie besser“.

Michael Kronegger, Hofer-Hauptgeschäftsführer, stimmte ihr zu. Denke er an seine Anfänge bei Hofer und die damals verwendeten tragbaren Faxgeräte, werde ihm klar: Kommunikation sei dank digitaler Tools heute moderner, effizienter und oft auch besser. Im Kontakt mit seinen Mitarbeitern möchte er trotzdem nicht ganz auf digitale Medien umsteigen. Denn: „Menschen bewegt man selten mit einem E-Mail.“

Begeisterung als Herzstück

Der Träumer ist für Brandes die wichtigste Rolle eines Managers. Nur mit einer Vision, mit einem Sinn, der hinter der Arbeit stehe, könne Erfolg auch erfüllen. Verfolgen Manager ein Ziel, einen Traum, können sie damit ihre Mitarbeiter inspirieren. Die Fähigkeit zu begeistern sei die wichtigste Eigenschaft eines erfolgreichen Managers. Darüber waren sich die Studierenden einig, die ganz im Einklang mit dem Motto des Abends per digitalem Umfragetool abstimmten. Auch Verantwortung zu übernehmen gehöre zu den Hauptaufgaben eines Hofer-Regionalverkaufsleiters. Denn dieser sei für rund 100 Mitarbeiter in vier bis sieben Filialen verantwortlich.

(c) Guenther Peroutka

Ob man solch gute Führungskräfte sofort erkenne? Das wollte eine der Studierenden von den Experten auf dem Podium wissen: Helm sagte, er habe im Lauf seiner Karriere ein Gespür dafür entwickelt. Aber der zweite Blick auf einen Menschen, gab er zu, lohne sich immer. Ein gewisses Potenzial erkenne er bei allen Anwesenden, sagte er: „Sie sind engagiert, sonst wären Sie nicht hier.“

 

Hofer4Excellence ist das exklusive Karriereevent für High Potentials in Kooperation mit der „Presse“. Ein ausführliches Interview mit Nicole Brandes finden Sie unter DiePresse.com/brandes.


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