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Swingerclub: Gemeinderat als "Teil eines Kunstprojekts"

Swingerclub Gemeinderat Teil eines
(c) REUTERS (HERWIG PRAMMER)
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Schlagabtausch zwischen der FPÖ und Kulturstadtrat Mailath-Pokorny wegen des Kunstprojekts in der Secession. Die Grünen haben eine "Fact-Finding-Mission" vorgeschlagen.

Aufregung herrschte am Freitag im Wiener Gemeinderat wegen des Kunstprojekts eines Swingerclubs in den Räumlichkeiten der Secession. Die FPÖ forderte in der Fragestunde eine Subventionsrückzahlung und brachte eine entsprechende Dringliche Anfrage ein. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) hielt mit einem Plädoyer für die Freiheit der Kunst dagegen.

"Was Kunst ist, definiert sicher nicht die Politik", meinte Mailath-Pokorny. Für Wien gelte sicherlich: "Das, was nicht verboten ist, in dieser Stadt, ist erlaubt." Der Kulturstadtrat betonte, dass "dieser Teil der Ausstellung kein öffentliches Geld erhält." Insofern sei eine etwaige Rückforderung logischerweise auch nicht möglich. Man solle in der Debatte eine größere Gelassenheit an den Tag legen. Mailath-Pokorny bezichtigte die FPÖ, als "Werbeagentur für diesen Skandal" zu agieren.

Sabbern wie ein Pawlowscher Hund

FPÖ-Mandatar Gerald Ebinger wies den Vorwurf von sich, nur die FPÖ würde sich für den angeblichen Skandal interessieren: "Es sind nicht nur wir, die sabbern wie ein Pawlowscher Hund." Aber wenn Mailath-Pokorny die Swingerclub-Idee für derart lukrativ halte, sollte man doch derartige Sexlokale in mehreren Wiener Kulturinstitutionen einrichten. "Das wäre eine wunderbare Einnahmequelle für ihre kränkelnden Museen", so Ebinger, der dem Kulturstadtrat Präpotenz vorwarf.



In der Dringlichen Anfrage kritisiert die FPÖ die "erotischen Turnübungen" und den Umstand, dass eine ehrwürdige Kunsteinrichtung "in einen Tempel der Lust (inklusive Sadomaso-Kammer)" umgewandelt werde. Das Themenspektrum, mit dem die FPÖ Mailath-Pokorny konfrontiert, reicht dabei von der Frage, ob die gesetzlichen Auflagen kontrolliert werden und Vergnügungssteuer eingehoben wird, bis hin zur Frage, ob der Kulturstadtrat ausschließen könne, dass an der Aktion professionelle Sexarbeiterinnen teilnähmen.

Der grüne Gemeinderat Marco Schreuder amüsierte sich über die Aufregung im Gemeinderat - zumal genau dies der Künstler beabsichtigt habe: "Ich finde es schön, dass wir hier für mehrere Stunden Teil eines Kunstprojekts sind." Schreuder schlug eine gemeinsame "Fact-Finding-Mission" der Rathausfraktionen in den Swingerclub vor, um sich vor Ort eingehend zu informieren.

(APA/Red.)