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Stipendien ermöglichen "Diss" und "Habil"

An der Akademie der Wissenschaften wurden 88 neue Stipendiaten ausgezeichnet.

Noch nie konnte ein Mensch beobachten, wie Dyspnoi-Weberknechte das Sekret ihrer Stinkdrüsen abgeben. Mithilfe eines ÖAW-Stipendiums könnte das bald der Fall sein. Denn Miriam Schaider (Zoologie, Uni Graz) ist eine von 27 DOC-fFORTE-Stipendiatinnen, die am Freitag in der Aula der ÖAW ausgezeichnet wurden. Die Abgabe eines Stinkdrüsensekrets zu erforschen klingt als Forschungsziel vage. Im Projekt geht es freilich um viel mehr: Diese Dyspnoi-Weberknechte sind ein wichtiger Bestandteil unserer Bodenfauna. Sie sehen nicht aus wie die oberirdischen, grazilen Weberknechte, sondern eher wie gestauchte Spinnen: Über die Evolution, die diese Weberknechte hinter sich haben, herrscht unter Forschern Uneinigkeit.

„Die Morphologie der Stinkdrüsen, die ich u.a. mit dem Elektronenmikroskop untersuche, und die chemische Analyse des Sekrets hilft, die Systematik und Evolution dieser Weberknechtgruppe zu verstehen“, sagt Schaider.

DOC-fFORTE-Stipendien sind auf junge Frauen zugeschnitten, die es im Wissenschaftsbetrieb oft schwerer haben als Männer. Durch die finanzielle Absicherung können die jungen Frauen ihre Dissertation mit hoher Qualität abwickeln. Sowohl für Mann als auch Frau steht die Bewerbung für DOC-Stipendien an der ÖAW offen (heuer wurden 38 dieser Doktoratsstipendien vergeben), ebenso für DOC-team-Stipendien: Sie fördern Gruppen bis zu fünf Dissertanten der Geistes- und Sozialwissenschaften bei Fragestellungen, die nur interdisziplinär zu lösen sind.

Extern finanziert (durch die Max-Kade-Foundation, New York) und über die ÖAW abgewickelt sind die Max-Kade-Stipendien, die heuer sechs jungen Forschern einen PostDoc-Aufenthalt in Amerika ermöglichen. Wer es so weit an den Unis geschafft hat, wird bei der ÖAW auch nicht alleingelassen: Die APART-Stipendien sollen aufstrebenden Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, sich auf die Habilitation zu konzentrieren. Als berühmte Absolventin eines APART-Stipendiums gratulierte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl jedem neuen ÖAW-Stipendiaten: „Nutzen Sie diese Chance“, lautete ihre Aufforderung.

Und Karl betonte abermals die Bedeutung der Grundlagenforschung, die durch die (insgesamt 88) ÖAW-Stipendien gefördert wird: „Grundlagenforschung ist die Basis und der Turbo für angewandte Forschung. Durch sie sichert man Innovationen.“ Denn Wissenschaft und Forschung sind kein Luxus, so Karl: „Aber jeder Euro muss effizient und wirkungsorientiert investiert werden. Außerdem sind wir dem wissenschaftlichen Nachwuchs schuldig, dass wir an den Universitäten sowohl Bildung als auch Ausbildung bieten.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.02.2010)