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Österreichs bestes Familienunternehmen liefert bestes Jahr seiner Geschichte ab

Das Greiner-Erfolgsteam: Dominik Greiner, Vorsitzender des Familiengesellschafterbeirats, AR Christoph Greiner, CEO Axel Kühner und Aufsichtsratsvorsitzender-Stv. Claus Bernhardt (v. l.).
Das Greiner-Erfolgsteam: Dominik Greiner, Vorsitzender des Familiengesellschafterbeirats, AR Christoph Greiner, CEO Axel Kühner und Aufsichtsratsvorsitzender-Stv. Claus Bernhardt (v. l.).(c) Bernhard Wieland
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Die Greiner-Gruppe feiert heuer ihr ­150-jähriges Bestehen. Sie zählt zu den ­führenden Unternehmen in der Kunststoff- und Schaumstoffindustrie.

Die Greiner-Gruppe aus Kremsmünster in Oberösterreich ist Österreichs bestes Familienunternehmen 2018. Das in der Öffentlichkeit eher leise auftretende und daher wenig bekannte Familienunternehmen zählt zu den globalen Playern im Kunststoff- und Schaumstoffbereich. So schlafen beispielsweise viele Österreicher, ohne es zu wissen, auf einer Matratze, deren Innenleben von Greiner kommt. Oder die Kaffeekapsel und der Joghurtbecher beim Frühstück – solche Verpackungen werden in Kremsmünster erzeugt.

Heuer ist der Kunststoff- und Schaumstoffspezialist 150 Jahre alt. Zum Firmenjubiläum meldet die Greiner International AG den höchsten Umsatz in ihrer Unternehmensgeschichte: 1,579 Milliarden Euro – und damit rund 100 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Sämtliche Investitionen von knapp 140 Millionen Euro konnten im Vorjahr aus dem Cashflow finanziert werden.

 

Vom Kork zum Kunststoff

Greiner wurde 1868 durch Carl Albert und Emilie Greiner in Nürtingen (Baden-Württemberg) als Greißlerei gegründet. Man verkaufte unter anderem Sodawasser in Flaschen, die mit handgefertigten Korken verschlossen wurden. Weil aber die Korkqualität schlecht war, begannen die Greiners, diese selbst herzustellen. 1899 kam die Unternehmerfamilie nach Kremsmünster und baute dort eine „Korkstopfenfabrik“ auf.

Ab 1950 beschäftigten sich die Greiners mit Kunststoff und Schaumstoff. Heute sind das zwei der vier operativen Greiner-Sparten: Packaging, Bio One, Foam und Extrusion. Das Greiner-Netz ist dabei mit 139 Standorten über 33 Länder geknüpft. Rund 10.500 Mitarbeiter hat das Familienunternehmen.

140 Jahre lang wurde Greiner von der Familie geführt. Vor zehn Jahren hat man sich entschlossen, die operative Geschäftsführung in die Hände eines „fremden“ Vorstandsvorsitzenden zu legen.
Im Automotive-Manager Axel Kühner wurde der ideale CEO nach den Vorstellungen der Familie gefunden, „der den Greiner-Geist verkörpert, offen für Neues ist und Know-how für die Internationalisierung mitbringt“, sagt Dominik Greiner. Er ist der Vorsitzende des Familiengesellschafterbeirats. „Es ist kein Alleinregent gesucht worden, sondern jemand, der starke Teamfähigkeit aufweist.“

Auch Axel Kühner hat sich als CEO bestens eingelebt. Aber es sei eine große He­rausforderung gewesen, nach 140 Jahren Unternehmensgeschichte der erste fremde Vorstandsvorsitzende zu sein. Und das sei es auch heute noch. Als Vorstandsvorsitzender eines Familienunternehmens müsse man immer berücksichtigen, „dass man Entscheidungen langfristig trifft und als CEO immer versteht, was Schwanz und was Hund ist, und dass der Schwanz nicht mit dem Hund wedeln kann. Wer das nicht umsetzen kann, ist in einem Familienunternehmen vielleicht an der falschen Stelle“, betont Kühner, der mit den Eigentümern im besten Einvernehmen steht. Der Vorstand ist in seiner Entscheidungskompetenz uneingeschränkt. Allerdings hat die Familie strategische Leitplanken definiert, für den Vorstand und sich selbst.

Die Greiner-Gruppe hat heute rund 50 Eigentümer. Nach der Entscheidung, einen Fremd-CEO zu installieren, werden die Familieninteressen im derzeit fünfköpfigen Familiengesellschafterbeirat gemanagt: „Dieser wird nicht nach Kapital zusammengestellt, sondern nach Köpfen gewählt, um sicherzustellen, dass sich auch kleine Aktionäre innerhalb der Familie gut aufgehoben fühlen und Repräsentanten haben“, sagt Dominik Greiner. Weiters wurde festgelegt, dass nur zwei Greiners in den Aufsichtsrat dürfen. Das sind derzeit Christoph Greiner und Claus Bernhardt.

„Wir haben den Vorteil, dass wir ein relativ homogenes Aktionärsumfeld haben und alle eine ähnliche Vision verfolgen“, sagt Dominik Greiner. „Das ist erstens, das Unternehmen in die sechste, siebente, achte Generation zu bringen. Zweitens unserem Leitsatz zu folgen: ,Company first!‘ Das heißt, wenn jemand kommt und sagt: ,Dividenden rauf!‘, dann gibt es ein klassisches Nein. Die Dividenden legt das Geschäft fest und nicht der Aktionär.“

Im Detail:

Unternehmen
Greiner Holding AG
Branche
Kunststoff- und Schaumstoffindustrie, Medizintechnik
Firmensitz
Kremsmünster
Gründung
1868
Heute in der 5. Generation
Umsatz 2017
1,579 Milliarden Euro
Mitarbeiter
10.500