Linzer Chemikern ist es gelungen, Strom aus erneuerbaren Quellen mithilfe von Bakterien direkt in künstliches Erdgas umzusetzen – und dabei gleichzeitig das Treibhausgas CO2 zu recyceln.
Wenn der Linzer Chemiker Niyazi Serdar Sariçiftçi über Solarenergie redet, leuchten seine Augen: „Die Einstrahlung in einer Stunde entspricht unserem Jahresbedarf an Energie“, sagt er. Und: „Die Sonne ist im wahrsten Sinne des Wortes egalitär, das heißt, sie scheint für alle und kann nicht von irgendwelchen Leuten verboten oder abgedreht werden.“ Ergo habe jeder Bürger dieses Planeten die Möglichkeit, sich mittels Sonnenenergie zur Autonomie zu ermächtigen.
Zur Zeit ist das freilich nur ein Traum. Die Natur hat zwar einen sehr eleganten Weg zur Ernte der Sonnenenergie gefunden: die Fotosynthese, bei der die Strahlungsenergie dazu genutzt wird, energiereiche organische Moleküle wie z. B. Zucker zu synthetisieren; von diesem Prozess ist der Großteil des Lebens auf der Erde abhängig, inklusive des Menschen. Doch die technische Umsetzung dieser biochemischen Vorgänge, die die Natur über Jahrmilliarden entwickelt hat, ist knifflig: Trotz mancher Fortschritte ist die Nachahmung der Fotosynthese unverändert eine sehr harte Nuss für die Wissenschaft.