Kinderzeitung

Ein neues Räuber-Abenteuer

Räuber Hotzenplotz
Räuber HotzenplotzThienemann Verlag

Der Räuber Hotzenplotz ist ein Kinderbuchklassiker. Im Nachlass des Autors wurde nun eine neue Geschichte entdeckt.

Einen Säbel und sieben Messer trägt der Räuber Hotzenplotz in seinem Gürtel – findest du sie auf dem Bild? Auch eine Pistole, die aber nicht mit Kugeln, sondern mit Pfeffer geladen ist. Bestimmt kennst du die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz, der Großmutters Kaffeemühle klaut und deshalb von Kasperl und Seppel ins Gefängnis gebracht wird.

„Räuber Hotzenplotz“ ist vor langer Zeit, 1962, erschienen. Danach veröffentlichte der Autor Otfried Preußler noch zwei weitere Bände: „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ und „Hotzenplotz 3“. Nun, 45 Jahre nach dem letzten Band, gibt es ein weiteres Buch: „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ (Thienemann Verlag). Das ist deshalb eine Sensation, weil der Autor Otfried Preußler bereits 2013 gestorben ist. Wie das geht? Otfried Preußler hat sehr viele Aufzeichnungen hinterlassen: Allein 120 Kartons voller Papiere sind in der Staatsbibliothek Berlin. Ein anderer Teil – unveröffentlichte Manuskripte und Fragmente – ist bei Preußlers Familie geblieben. Und unter diesen Aufzeichnungen hat die jüngste Tochter des Autors, Susanne Preußler-Bitsch, die Geschichte „Die Fahrt zum Mond“ gefunden. Dieser Text aus 1967 war ursprünglich als Spielanleitung geschrieben, also als Vorlage für ein Kasperltheater.

Räuber bricht aus. Die Geschichte handelt davon, dass der Räuber Hotzenplotz aus dem Spritzenhaus (so hießen früher die Gefängnisse, weil dort hauptsächlich die Feuerwehr untergebracht war) ausgerissen ist und von Kasperl und Seppel eingefangen werden soll. Die beiden basteln eine Mondrakete, um den Räuber auf den Mond zu schicken . . .

Der Mond war damals, im Jahr 1967, ein heißes Thema: In den 1960er-Jahren kam es zwischen den USA und der Sowjetunion zum sogenannten Wettlauf zum Mond. Jede der Supermächte wollte als erste den Planeten erobern. Noch bevor es 1969 Neil Armstrong gelang, als erster Mensch den Mond zu betreten, waren russische Raumsonden dort gelandet.

Da die Geschichte mit der Mondrakete als Puppenspiel geschrieben wurde, musste sie noch in Buchform gebracht werden. Das hat die Tochter des Autors, Susanne Preußler-Bitsch, gemacht. Auch der Zeichner des ursprünglichen Hotzenplotz ist bereits tot. Thorsten Saleina hat dem Räuber ein neues Gesicht gegeben.

Wusstest du schon, dass . . .

. . . Otfried Preußler lang gegrübelt hat, wie sein Räuber heißen soll? Pistolinski, Hetschepetsch oder Karasek waren in der Auswahl. Bis plötzlich die Geografie half: Hotzenplotz hieß ein Ort in Mährisch-Schlesien, heute: Osoblaha in Tschechien.


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