Schüler demonstrieren heute in Hernals. Auslöser der Schüler-Demo ist nicht die Bildungspolitik, sondern eine geplante Wohnsammelgarage – also eine Tiefgarage.
WIEN. Ilse Pfeffer bekommt heute Besuch, auf den sie lieber verzichtet hätte. Die Schüler des Hernalser Gymnasiums Geblergasse demonstrieren zwischen 15 und 18Uhr vor dem Amtssitz der Hernalser Bezirkschefin, unterstützt von der Bürgerinitiative „Rettet den Schulhof“.
Auslöser der Schüler-Demo ist (ausnahmsweise) nicht die Bildungspolitik, sondern (wieder einmal) eine geplante Wohnsammelgarage – also eine Tiefgarage, deren Parkplätze vom Steuerzahler subventioniert werden und die früher unter dem Begriff „Volksgarage“ bekannt war.
Konkret wehren sich die Schüler gegen die Umwidmung von Grünfläche in Bauland sowie die Beeinträchtigungen der Schule während der Bauzeit (Lärm, Staub, Schmutz) und den Verlust des Sportplatzes während der Bauzeit. „Wir sind gegen die Garage. Nicht nur, weil die Schule seit Jahren eine ständige Baustelle ist und jetzt im Hof die nächste Baustelle kommen soll, womit wir zwei Jahre wieder keine Ruhe haben“, meint Schülerin Melanie Zechmeister zur „Presse“: „Es wird sich durch die Garage auch nichts (die Parkplatznot, Anm.) verändern, wie die anderen Volksgaragen in der Nähe gezeigt haben.“
Bezirkschefin Pfeffer erklärt sich für nicht zuständig: Das Gymnasium falle in die Kompetenz des Bundes, der Garagenbau sei Angelegenheit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Trotzdem soll in Kürze die Grünfläche vom Bezirk umgewidmet werden – mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ. Denn die Gegend leide massiv unter Parkplatzmangel, so Pfeffer. Wie effektiv die Garage Parkplatznot lindert wird, bleibt offen: Der Großteil der 252Garagenplätze wird an der Oberfläche zurückgebaut.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2010)