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Wien

Gruppenpraxis Donaustadt: Prestigeprojekt Wiens vor dem Aus

PK PRIMAeRVERSORGUNGSZENTRUM IN WIEN: RENDI-WAGNER/REISCHL
Pamela Rendi-Wagner (li.) und Ingrid Reischl bei der Eröffnungspressekonferenz des Primärversorgungszentrum Donaustadt im August 2017.APA/HERBERT PFARRHOFER
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Keine Patienten, zerstrittene Belegschaft, Klagsdrohungen – das neue Primärversorgungszentrum in der Donaustadt droht zum Fiasko zu werden und könnte sogar das gesamte Konzept der Gruppenpraxen sprengen.

Das im Herbst 2017 mit viel Getöse eröffnete zweite Primärversorgungszentrum (PHC) Wiens in der Donaustadt dürfte vor dem Aus stehen. Wie „Die Presse“ erfuhr, ist das Patientenaufkommen viel geringer als erwartet, weswegen sich die drei praktizierenden Ärztinnen derart zerstritten haben, dass sogar von gegenseitigen Klagsdrohungen die Rede ist. Damit könnte eines der wichtigsten Prestigeprojekte des Gesundheitsministeriums, der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und der Stadt zum Flop werden – und damit auch das umstrittene Konzept von Primärversorgungszentren sprengen.

Daher überrascht es nicht, dass es seitens des PHC selbst, der Stadt Wien und der WGKK zur aktuellen Situation keinen Kommentar gibt, von Letzterer mit dem Argument der Verschwiegenheitspflicht. Das Ministerium lässt ausrichten, nichts von „vermeintlichen Diskrepanzen“ zu wissen. Auch die Wiener Ärztekammer will sich zu den Konflikten nicht im Detail äußern, sieht sich aber bestätigt in ihrer Forderung, dass Primärversorgungszentren nicht mit zusammengewürfelten Medizinern errichtet werden, sondern aus eingespielten Gruppenpraxen heraus entstehen sollten – wie das beim ersten PHC der Stadt in Mariahilf der Fall war. Dieses läuft im Übrigen hervorragend.