Reich, reicher, fett

Lu Zhihao shows his empty rice bowl to his teacher during lunch time at a kindergarten in Foshan
Lu Zhihao shows his empty rice bowl to his teacher during lunch time at a kindergarten in Foshan(c) REUTERS (David Johnson)
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Wo früher Hunger war, grassieren heute Fettleibigkeit und Diabetes. Mit dem Wohlstand kamen auch die Krankheiten des reichen Westens in die Schwellenländer. Lebensmittelkonzerne und Politiker waren daran nicht unbeteiligt.

Vor 20 Jahren hatte man beim Gedanken an Schwellenländer vor allem dieses Bild im Kopf: auf der einen Seite die zahllosen Armen, die in Baracken in Slums leben und jeden Tag ums Überleben kämpfen. Und auf der anderen ganz wenige Reiche, abgekapselt in umzäunten Siedlungen, die mit dem Rest der Gesellschaft nichts zu tun haben. Dazwischen: wenig bis gar nichts. Seither ist in den aufstrebenden Ländern um China, Indien und Brasilien eine kaufkräftige Mittelschicht entstanden, die international orientiert und westlich geprägt ist. Die Armen gibt es immer noch, aber viele von ihnen haben mittlerweile Zugang zu Essen, Bildung und Gesundheitsversorgung. So viel zu den guten Nachrichten.

Nicht nur der westliche Lebensstil hat in die Gesellschaften der sogenannten BRICS-Staaten Einzug gehalten. Sondern auch seine Kehrseiten: überbordender Fleischkonsum, Fettleibigkeit und Diabetes – die Krankheiten der westlichen Wohlstandsgesellschaften. Die US-Unternehmensberatung Bain und das Schweizer Weltwirtschaftsforum sehen eine Gesundheitskrise auf die Welt zukommen, die die Kosten der Weltfinanzkrise des Jahres 2008 um ein Vielfaches übersteigen könnte. Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen kosten schon jetzt weltweit ­
38 Millionen Menschen im Jahr das Leben. 2030 könnten es
52 Millionen sein. Ein Viertel der Weltbevölkerung wird dann älter sein als 60 Jahre. Vier Fünftel von ihnen werden in ärmeren Ländern leben. Und je älter, desto höher das Risiko, an Krebs, Diabetes oder Herzkrankheiten zu erkranken.

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