Führungsfehler

#Metoo

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Kolumne "Führungsfehler". Der Vertrag war so gut wie unter Dach und Fach. In vorauseilender Freude lud der Vertriebschef das Verhandlungsteam des Kunden zum Abendessen ein.

Wie das so ist in guter Stimmung - es wurde das eine oder andere Glas getrunken. Auf einmal kam die #Metoo-Debatte zur Sprache. Unserem Vertriebschef war die Zunge schon locker, und so plauderte er fröhlich vor sich hin. Nein, er selbst habe natürlich keinen Dreck am Stecken, einige seiner Managementkollegen dafür umso mehr. Damals, auf der weltweiten Tagung… und damals, als plötzlich die Hostessen auftauchten… und damals, auf der Konferenz in Stockholm…

Er bemerkte nicht, dass die Gesichter seiner Gäste immer länger wurden. Vor allem die der Damen. Und die Verhandlungsführerin war eine Dame.
Zwei Tage später wurde der Deal gecancelt. Man habe sich für einen anderen Anbieter entscheiden, hieß es lapidar.

Vielleicht glaubt er das noch heute.

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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