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Islamgelehrter: "Märtyrer" werden in der Hölle schmoren

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(c) EPA (S. SABAWOON)
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Der Islam verbietet Selbstmordattentate, schreibt ein führender Islamgelehrter in einem Rechtsgutachten. Experten werten das Gutachten als bisher umfassendste Widerlegung des radikalen Islam.

Ein führender Islamgelehrter hat sich in einem islamischen Rechtsgutachten klar gegen die radikale Deutung des Islam durch Gruppen wie al-Qaida ausgesprochen. Der Islam verbiete Selbstmordanschläge und er verbiete Massaker an unschuldigen Bürgern, erklärte Tahir al-Kadri bei der Vorstellung seiner 600 Seiten starken "Fatwa" am Dienstag in London. Selbstmordattentäter seien "für die Hölle bestimmt", so al-Kadri.

Islamische Terrorgruppen seien ein "altes Übel mit einem neuen Namen". Ihre Ansichten über den Märtyrertod hätten Muslime bisher nicht ausreichend angezweifelt, schreibt der Gelehrte. "Die Täter erweisen sich als völlig unfolgsam gegenüber dem Islam, mit anderen Worten: Sie sind Ungläubige."

"Attentäter wird im Höllenfeuer schmoren"

"Laut einem Hadith (Prophetentradition), überliefert von Bukhari, wird ein Selbstmordattentäter, der unschuldige Menschen um des Paradieses willen tötet, das Paradies nie riechen, sondern er wird im Höllenfeuer schmoren", heißt es in dem Rechtsgutachten. Al-Kadri wolle mit seinem Rechtsgutachten theologische Argumente für junge Islamisten liefern, die der Rhetorik von al-Qaida verfallen könnten.

Experten bezeichneten das Gutachten als Meilenstein. Es sei die bisher umfassendste theologische Widerlegung des radikalen Islam. Der britische Staatsminister für Kommunales - selbst Muslim - bezeichnete die "Fatwa" mit Blick auf die Anschläge muslimischer Selbstmordattentäter vom 7. Juli 2005 in London als "eindeutige und unmissverständliche Botschaft."

(Ag.)