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Bluttat in Wien-Wieden: Täter zwang Mann mit Waffengewalt, ihn zum Opfer zu fahren

Der Täter zwang einen Bekannten mit Waffengewalt, ihn quer durch Wien zu fahren.
Der Täter zwang einen Bekannten mit Waffengewalt, ihn quer durch Wien zu fahren.(c) APA (Herbert Pfarrhofer)
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Nach der Bluttat hat sich nun ein Bekannter des Täters bei der Polizei gemeldet. Offenbar wurde er gezwungen, verschiedene Orte in Wien anzufahren, wo der Täter seine Ex-Freundin vermutete.

Nach der Bluttat in Wien-Wieden, bei der ein 38-jähriger Serbe am Dienstag seine Ex-Lebensgefährtin (35) auf offener Straße erschossen und sich selbst getötet hatte, hat sich ein Bekannter des Täters bei der Polizei gemeldet. Der 24-Jährige war von dem Mann mit vorgehaltener Waffe genötigt worden, ihn zur Adresse des Opfers zu fahren.

Die beiden einander flüchtig bekannten Männer hatten sich am 29. Mai eigentlich getroffen, um mit dem Auto des Jüngeren in ein Tattoo-Studio zu fahren. Während der Fahrt zog der 38-Jährige plötzlich eine Pistole und bedrohte den Jüngeren. Anschließend zwang er ihn, verschiedene Orte in Wien anzufahren, wo er seine Ex-Freundin vermutete. Der geschockte 24-Jährige musste ihn schließlich am Tatort in der Rienößlgasse aussteigen lassen und durfte dann wegfahren.

Beziehungsende als Auslöser der Tat

Während der Fahrt hatte der um sein Leben fürchtende Lenker versucht, den Älteren zu beruhigen. Der 38-Jährige hatte seinem Bekannten gegenüber den Mord nicht angekündigt. Als der junge Mann von der Bluttat erfuhr, meldete er sich als Zeuge bei der Polizei.

Die Obduktion von Opfer und Täter ist mittlerweile abgeschlossen. Die 35-Jährige wurde durch zwei Schüsse in Oberkörper und Kopf getötet. Der Täter feuerte sich danach selbst in den Kopf. Die ballistische Untersuchung der Waffe ist noch nicht abgeschlossen.

Das Motiv wird mit dem Ende der Beziehung und Eifersucht des Mannes in Zusammenhang gebracht. Die Partnerschaft dürfte nach bisherigen Ermittlungen nicht allzu lange bestanden haben und von der Frau beendet worden sein. Was genau die Tat ausgelöst hat, ist noch unklar. Die Frau hinterlässt einen minderjährigen Sohn.

Täter wurde Anfang Mai wegen schwerer Nötigung angezeigt

Zumindest eine folgenreiche Auseinandersetzung gab es wenige Wochen vor der Tat: Am 9. Mai war der 38-Jährige wegen schwerer Nötigung angezeigt worden. Opfer sei die Ex-Partnerin gewesen, die er mündlich mit dem Umbringen bedroht haben soll. Damals wurde auch ein Waffenverbot gegen den Mann ausgesprochen. Die Pistole, mit der die 35-Jährige erschossen wurde, besaß er illegal. Zudem wurde der Serbe mit einem Betretungsverbot für die Wohnung der 35-Jährigen belegt, das auch polizeilich überprüft wurde. Allerdings war das Verbot schon wieder ausgelaufen:

Mehrere Zeugen hatten die Vorfälle am Vormittag in der Rienößlgasse beobachtet. Allerdings war darunter niemand, dem das Ex-Paar schon vor der Abgabe der Schüsse aufgefallen wäre. Alle bisher befragten Personen sind erst durch die laut ihren Angaben zwei bis vier Knaller aufgeschreckt worden, berichtete Polizeisprecher Daniel Fürst. "Es hat daher niemand wahrgenommen, ob es vorher zu einem Streit gekommen war."

(APA)