Schnellauswahl

EU-Agrarbudget: Österreich droht Verlust von 82 Mio. Euro jährlich

Ein Rapsfeld in Österreich.APA/HELMUT FOHRINGER
  • Drucken

Landwirtschaftsministerin Köstinger kritisiert das präsentierte Budget als "Angriff auf österreichische Bauern". Der Vorschlag der Kommission sehe Einsparungen von 15,25 Prozent vor.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat das von Agrarkommissar Phil Hogan präsentierte Agrarbudget 2021-2027 angesichts der Einsparungen in der ländlichen Entwicklung kritisiert. Köstinger erklärte am Freitag, der Vorschlag der Kommission sehe eine Dotierung des ländlichen Raums von 78,8 Mrd. Euro vor. Das sei ein Minus von 15,25 Prozent.

Österreich stehe ein Verlust von 82 Mio. Euro EU-Mittel jährlich bevor. "Das ist ein echter Angriff auf den Umweltschutz, die bäuerlichen Familienbetriebe und den ländlichen Raum. Hier erwarten wir uns deutliche Nachschärfungen", so Köstinger.

Die Debatte über Förderobergrenzen bei den Direktzahlungen - ab 60.000 Euro schrittweise Reduktion und eine Obergrenze von 100.000 Euro - dagegen sieht die Ministerin positiv. "Unsere österreichischen Bauern gehören im europäischen Vergleich zu den Kleinstbetrieben und daher müssen wir die Debatte europaweit führen." Nicht die Agrarfabriken, sondern die bäuerlichen Familienbetriebe sollten das Agrarmodell der Zukunft sein. Das von Hogan präsentierte Modell mit der schrittweisen Reduzierung sei eine gute Ausgangsbasis für die Verhandlungen.

Köstinger verwies darauf, dass die österreichische Landwirtschaft im europäischen Vergleich kleinstrukturiert sei. Ein durchschnittlicher Betrieb in Österreich habe 20 Hektar, während in Deutschland beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern Betriebe rund 270 Hektar aufweisen.

(APA)