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Will it ever be different?

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Italien und die Türkei sind wieder in aller Munde. Aber es sind nicht die nahenden Sommerferien sondern die Entwicklung an den Zins- und Währungsmärkten, die die Mittelmeermärkte plötzlich wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt haben.

In der Türkei war es die ungewöhnliche Geldpolitik der Regierung, die die Geduld der Märkte überstrapaziert hat. Präsident Erdogan’s Versuch, bei einer schwächelnden Währung  Zinsermäßigungen durchzusetzen und gleichzeitig eine stärkere politische Kontrolle der Zentralbank für den Fall eines Wahlsiegs anzukündigen hat zu einer Verkaufswelle der Türkischen Lira geführt. Seit Beginn des Jahres ist die Lira von knapp 4 TLY pro EUR auf unter 5,60 abgestürzt, ein Verlust von knapp 40%. Die Zentralbank hat mit einer 3%igen Zinserhöhung gegengesteuert und die Rendite der 10jährigen Staatsanleihen damit auf über 14.5% p.a. getrieben.

In Italien ist es die Euro-feindliche Haltung einer möglichen 5-Sterne/Lega Regierung bei gleichzeitiger Ankündigung von  massiven Ausgabensteigerungen, die die Staatsanleihen unter Druck gesetzt haben. Seit Anfang Mai sind 10-jährige BTP von 1.75% auf jetzt über 3.15% Rendite gestiegen, das entspricht einem Kursverlust von gut 10%. Vergleiche mit Griechenland machen plötzlich wieder die Runde. Ist es Zeit in Panik zu verfallen ?

Natürlich können auch Staaten, wie uns Harvard-Ökonomen Reinhart und Rogoff in ihrem „This time is different“ erinnern, „defaulten“ d.h. Staatsanleihen nicht bedienen (Österreich z.B. sieben Mal seit 1804). Aber so weit sind wir noch nicht. Auslöser der Verwerfungen an den Märkten sind die beiden Phänomene, die ich hier schon mehrfach erwähnt habe: zum einen der graduelle Abbau der Liquiditäts-schwemme, mit der die Zentralbanken die Weltwirtschaft nach der Finanzkrise 2008 wieder in Gang gebracht haben. Und zum anderen die Stärke des US-Dollars, die Entwicklungsmärkte unter Druck setzt. Je mehr ein Staat - und das ist der besondere Fall der Türkei - sein Wachstum bei gleichzeitigem Handelsbilanzdefizit über Fremdwährungskredite finanziert, umso stärker wird der Druck auf die Heimatwährung wenn die Fremdwährung (und damit die Zinskosten) steigen: eine Teufelsspirale. In Italien ist die Krise dagegen ausschließlich hausgemacht: die Unfähigkeit immer neuer Regierungen, das ausufernde Staatsdefizit Italiens unter Kontrolle zu bringen macht jede weitere angekündigte Ausweitung des Defizits (von einem Ausstieg aus dem Euro ganz zu schweigen) zum roten Tuch für die Finanzmärkte. Trotzdem sind weder Italien noch die Türkei, auch wenn Anpassungen notwendig sein werden, dem Staatsbankrott nahe.

Für mein Portfolio heißt das, daß ich bei der graduellen Umschichtung aus Aktien in Renten - die ich mit Jahresbeginn begonnen habe - auch etwas Volatilität in Kauf nehmen muß. Trotzdem bleiben Emerging Market Bonds und diversifizierte Anleihen die Anlagekategorien, in die ich - langsam und geduldig - jetzt beginne zu Lasten meiner US-Aktienpositionen umzuschichten.

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