In erster Linie soll sie gut schmecken – wie die Torte aussieht, wird aber immer wichtiger. Und durchaus von Trends beeinflusst. Natürlichkeit ist beliebt. Aber auch Fondant ist nicht total out.
Der Duft nach Kuchen steigt einem in die Nase, kaum hat man die paar Stufen in Richtung der Backstube passiert, die sich in einem unscheinbaren Haus in Liesing versteckt. Auf der einen Anrichte stehen Schüsseln flüssiger Schokolade, am Fenster trocknen zartrosa Zuckerrosen und im Kühlschrank warten bereits einige fertig gefüllte Tortenböden darauf, gestapelt, verziert und geliefert zu werden. Es ist Hochzeitssaison. Und Andrea Kargl, die sich vor vier Jahren mit dem Tortenstudio selbstständig gemacht hat, ist gut beschäftigt – sie wird noch bis in den Herbst hinein Hochzeitstorten basteln.
Natürlich ist es wichtig, was drin ist – neben der durchaus zentralen Frage, wie die Hochzeitstorte schmeckt, ist in den vergangenen Jahren aber auch immer wichtiger geworden, wie sie aussieht. Denn so, wie Hochzeiten generell immer mehr durchgestylt werden, gehört auch die Torte inzwischen zur Inszenierung vieler Brautpaare. Gar nicht mehr en vogue sind jedenfalls die treppenförmig arrangierten, relativ flachen Torten von einst, mit weißem Guss und ein paar Zuckerblumen. Gefragt sind hohe Stockwerke, meist gestapelt – und natürlich abgestimmt auf den übrigen Stil der Hochzeitsfeier. „Diese Art des Tortendesigns kommt ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum“, sagt Andrea Kargl. Von dort kommen, über soziale Medien, auch Trends nach Österreich. Aktuell immer noch gefragt: Natürlichkeit und Vintagestil. „Dieser Trend hält noch an“, sagt Kargl. Das passe auch dazu, dass viele im Bohostil heiraten, im Grünen oder im Heurigen.