In einem europaweit festen Börsenumfeld hat auch der Wiener Markt im Verlauf mit höheren Notierungen tendiert. Händler in Wien sprachen von einem ruhigen aber freundlichen Geschäft.
Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, zu Mittag bei durchschnittlichem Volumen mit freundlicher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2430,71 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 21,17 Punkten bzw. 0,88 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,50 Prozent, FTSE/London +0,41 Prozent und CAC-40/Paris +0,54 Prozent.
In einem europaweit festen Börsenumfeld hat auch der Wiener Markt im Verlauf mit höheren Notierungen tendiert. Händler in Wien sprachen von einem ruhigen aber freundlichen Geschäft, die Augen seien auf die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag gerichtet. "Die Daten könnten den europäischen Börsen noch Impulse geben", hieß es.
Unter den Einzelwerten standen Andritz im Blickpunkt. Der steirische Anlagenbauer hat sein Zahlenwerk für das Jahr 2009 vorgelegt und einen Rückgang beim Nettogewinn von mehr als 30 Prozent verbucht. "Das Ergebnis lag leicht unter unseren Erwartungen", kommentierte ein Händler. Auch die Experten der UniCredit haben sich laut ihrer jüngsten Aussendung bessere Zahlen von Andritz erwartet. Dennoch habe das Unternehmen einen starken operativen Cash Flow ausgewiesen und einen ermutigenden Ausblick geliefert, so die Analysten der Bank Austria-Mutter. Die Titel notierten mit 0,24 Prozent bei 41,81 Euro im Plus.
Schwergewichtige Titel von OMV (plus 2,93 Prozent auf 27,04 Euro) und Telekom Austria (plus 1,71 Prozent auf 9,50 Euro) zogen den Leitindex nach oben. In einem freundlichen Umfeld für Stahlwerte konnten voestalpine um 0,23 Prozent auf 26,05 Euro zulegen. Erste Group stiegen nach einem positiven Analystenkommentar um 0,36 Prozent auf 27,60 Euro.
Zahlreiche Analystenstimmen machten den Mangel an Unternehmensnachrichten wett. So haben die Analysten von Morgan Stanley die Anlageempfehlung für die Papiere der heimischen Post von "underweight" auf "overweight" hochgestuft und gleichzeitig das Kursziel von 21,0 auf 25,0 Euro angehoben. Sie verweisen auf die attraktive Dividendenpolitik des Dienstleisters. Post-Aktien stiegen um 1,38 Prozent auf 20,53 Euro.
Weiterhin Gesprächsthema ist die Raiffeisen-Aktie. Trotz einer Erholungspause am Freitag mit einem Aufschlag von 1,90 Prozent auf 31,10 Euro stehen die Papiere unter Druck. Ein Marktteilnehmer sieht die Aktie "noch nie so nahe am Niveau der Erste Group-Titel". Ein anderer Händler verwies auf die Unsicherheit über die weitere Entwicklung. "Das Schlechteste was einem Börsenunternehmen passieren kann, ist Unsicherheit", so der Händler.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 9.45 Uhr bei 2433,12 Punkten, das Tagestief lag zu Sitzungsbeginn bei 2409,70 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,84 Prozent höher bei 1137,68 Punkten. Im prime market zeigten sich 24 Titel mit höheren Kursen, 14 mit tieferen und drei unverändert. In sechs Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 2.378.593 (Vortag: 3.202.549) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 94,41 (113,21) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Raiffeisen mit 352.764 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 21,86 Millionen Euro entspricht.