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Griechenland und Mazedonien legen Namensstreit bei

Sowohl eine griechische Region als auch der Staat Mazedonien beanspruchen den Namen für sich - hier ein Bild von einer Demonstration in der griechischen Stadt Pella.
Sowohl eine griechische Region als auch der Staat Mazedonien beanspruchen den Namen für sich - hier ein Bild von einer Demonstration in der griechischen Stadt Pella.REUTERS

Die beiden Regierungschefs haben sich geeinigt. Mazedonien wird sich künftig "Republik Nord-Mazedonien" nennen.

Griechenland und Mazedonien haben einem griechischen Regierungsvertreter zufolge ihren jahrzehntelangen Namensstreit beigelegt. Die Regierungschefs Mazedoniens und Griechenlands, Zoran Zaev und Alexis Tsipras, haben sich auf einen Kompromiss für den Namen der früheren jugoslawischen Teilrepublik verständigt. "Wir haben uns geeinigt. Ich bin glücklich", sagte Tsipras am Dienstag im griechischen Staatsfernsehen (ERT). Auch Zaev wollte die mazedonische Öffentlichkeit noch am Abend informieren.

Es sei eine "gute" Lösung gefunden worden, so Tsipras am Dienstag bei einem Termin mit Griechenlands Präsident Prokopis Pavlopoulos. Vorangegangen waren mehrmonatige Verhandlungen zwischen beiden Staaten Südosteuropas unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN). Wichtigster Punkt des Projektplans (Roadmap) zur Beilegung des Streits ist nach den Worten von Tsipras, dass der nördliche Nachbar Griechenlands seine Verfassung ändert und den Namen Mazedonien "mit einer zusätzlichen geografischen Bezeichnung" annimmt. Mazedonien wird sich künftig "Republik Nord-Mazedonien" nennen, bestätigte Premier Zaev.

Die Landessprache werde "Mazedonisch" (in englischer Übersetzung "macedonian languagage") heißen, sagte ferner Zaev. Die Staatsbürgerschaft werde künftig die "mazedonische" (Macedonian/citizen of the Republik of North Macedonian) sein, bestätigte der Premier frühere Medienberichte.

 

Griechenland nicht mehr gegen Nato-Beitritt

Als Gegenleistung für die Namensänderung will sich Athen nicht mehr gegen den Beitritt dieser Republik in die NATO sperren und auch die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen nicht mehr blockieren, berichtete das griechische Staatsfernsehen unter Berufung auf Regierungskreise.

Der Namensstreit schwelt, seit Mazedonien 1991 als ehemalige Teilrepublik des zerfallenen Jugoslawiens die Unabhängigkeit errang. Griechenland lehnt den Landesnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt. Athen befürchtet spätere Gebietsansprüche des nördlichen Nachbarn und blockiert bisher dessen Beitrittsprozesse zu EU und NATO. Als UN-Mitglied firmiert das Land bisher unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM).

Othmar Karas, ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, ließ über einen Sprecher wissen: "Das ist eine historische Einigung, die viele zeitweise nicht mehr für möglich gehalten hatten. Jetzt müssen die EU-Mitgliedstaaten ihrer Verantwortung gerecht werden und die Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien und Albanien aufnehmen. Nur so können wir die europäische Perspektive für die Länder des Westbalkans glaubwürdig aufrechterhalten."

Der Namensstreit geht auf den Zerfall Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahre zurück, als die damalige Teilrepublik Mazedonien ihre Unabhängigkeit erklärte. Im Norden Griechenlands liegt die gleichnamige Region. Die Regierung in Athen beansprucht die Bezeichnung Mazedonien daher für sich. Der Namensstreit hat wegen des Widerstands der griechischen Regierung bisher verhindert, dass das Balkanland der EU und der Nato beitreten kann.

(APA/Reuters)

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