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Flüchtlinge auf US-Schiff: NGO nach Fall "Aquarius" verunsichert

Sea-Watch ist neben Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee einer der Betreiber der "Aquarius".
Sea-Watch ist neben Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee einer der Betreiber der "Aquarius".APA/AFP/LOUISA GOULIAMAKI
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41 Überlebende eines Flüchtlingsunglücks befinden sich auf einem Schiff der US-Marine. Eine zu Hilfe gerufene NGO will die Menschen vorerst nicht an Bord nehmen, da sie ein "Aquarius"-Schicksal befürchtet.

Nach der Abweisung des Rettungsschiffes "Aquarius" wartet im Mittelmeer auch ein anderes Boot mit Geretteten an Bord auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Auf einem Schiff der US-Marine seien 41 Überlebende eines Flüchtlingsunglücks und zwölf Tote, sagte der Sprecher der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch, Ruben Neugebauer, am Mittwoch.

Die US-Navy habe die Sea-Watch am Dienstag zur Übernahme der Geretteten und der Leichen vor der Küste Libyens gerufen. Aus Sorge, dass ihnen das gleiche Schicksal wie der "Aquarius" drohe und sie nicht nach Italien einfahren dürften, würden sie die Überlebenden aber nicht an Bord nehmen und böten nur medizinische Hilfe an.

Die neue italienische Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und fremdenfeindlicher Lega hatte der "Aquarius" von der Hilfsorganisation SOS Mediterranee am Sonntag keine Erlaubnis gegeben, mit den mehr als 600 Migranten in einen italienischen Hafen einzufahren. Das Schiff ist nun unterwegs ins 1.500 Kilometer entfernte Spanien - Innenminister Matteo Salvini will vor allem gegen die privaten Seenotretter vorgehen. Diese Retter sind seiner Meinung nach "Vize-Schlepper". Schiffe der eigenen Küstenwache durften dagegen mit Migranten an Bord in Italien anlegen.

Sea-Watch wies darauf hin, dass nun erneut Migranten und die Crew im Ungewissen seien und nicht wüssten, in welchen sicheren Hafen sie fahren könnten. Die Menschen hätten zusehen müssen, wie Freunde oder Familienangehörige ertrunken seien, und würden nun obendrein noch in der Schwebe hängen gelassen, sagte Neugebauer.

(APA/dpa)