Peter Kogler im Atelier

Computer auf Tischtennistischen und ein eigener White Cube: "Die Presse am Sonntag" besuchte Peter Kogler im Atelier, um sich eine "Spur" für ihr Jubiläum nächste Woche zu holen.

Schriftsteller, Designer und bildende Künstler sollen „Spuren“, Notizen in der „Presse am Sonntag“, hinterlassen – das wünschte sich Andre Heller, „Chefredakteur“ der Ein-Jahr-Jubiläumsnummer der „Presse am Sonntag“ nächste Woche. Erwin Wurm versandte seine Idee per E-Mail, Peter Weibel schickte ein Kuvert mit brisantem Inhalt, die junge Künstlerin Marlene Haring denkt noch nach – und Peter Kogler bat um persönliche Abholung. Schließlich ist seine „Spur“ recht zerbrechlich. Und unverzichtbar. Sie bringt Licht. Doch davon nächste Woche.

Computer statt Staffelei hat man sich im Atelier des 1959 in Innsbruck geborenen Künstlers ja erwartet. Dass die schicken Teile aber auf alten Tischtennistischen stehen, macht den gewissen Unterschied aus. Auf einem Bildschirm setzt sich in extremer Zeitlupe gerade eine Raumprojektion zusammen, gedacht für eine Ausstellung im Museum moderner Kunst Luxemburg. Einige Tage lang ist der Rechner mit dieser etliche Gigabyte starken Aufgabe beschäftigt – dabei zuzusehen sei „wie Pflanzenzüchten“, sagt Kogler. An der Wand lehnen einige Glasplatten mit Ausschnitten eines grauen, biomorphen Systems. Es sind Proben für die 400 Quadratmeter große Glasfassade, die Kogler fürs Zentrum für Molekulare Medizin auf dem Gelände des AKH gestaltet hat – vorige Woche wurde sie eingeweiht.

Das weitläufige Atelier im dritten Bezirk war einst eine Schlosserei. Daher die Oberlichte, die einen der Räume zum „White Cube“, zu einem idealen Ausstellungsort, macht. Hier probiert Kogler die Wirkung der digitalen Zeichnungen aus, hier sind seine bekannten Motive versammelt, Versatzstücke eines unheimlichen Systems – Ameisen, Hirne, Röhren. Teppiche, Tapeten gestaltete er mit ihnen schon, zuletzt projizierte er sie auf ganze Räume – demnächst auch in der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Im Sommer folgt eine Ausstellung in der Salzburger Galerie Ruzicska. Und die Kulturhauptstadt Istanbul bekommt an neuralgischem, noch geheimem Ort einen Teppich, der für Erleuchtung sorgen könnte. Wir packen die unsrige zusammen. Und freuen uns, sie teilen zu dürfen. Demnächst, in Ihrer „Presse am Sonntag“. Spiegler

almuth.spiegler@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2010)

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