Mit Unternehmensanleihen lässt sich auch heuer sehr gut verdienen.
Unternehmensanleihen waren die Anlageüberraschung des Jahres 2009: Nach Berechnungen des Finanzhauses Schroders haben sie gegenüber Staatsanleihen 17,5 Prozent Mehrertrag abgeliefert. So viel wie seit 77 Jahren nicht mehr. Dabei beziehen sich diese Berechnungen auf sogenannte Investmentgrade-Anleihen, also auf solche erstklassiger Schuldner. Die deutlicher höher verzinsten, aber naturgemäß auch riskanteren Anleihen weniger guter Schuldner haben noch mehr gebracht.
Heuer dürfte die Erfolgsgeschichte weitergehen, wenngleich die Mehrrendite nicht mehr das Ausmaß des Vorjahres erreichen dürfte. Trotzdem: Das Umfeld für Staatsanleihen bleibt weiter mäßig, Kapitalhunger bei gleichzeitig restriktiver Kreditvergabe durch die Banken treibt die Unternehmen zunehmend auf den Anleihemarkt.
Freilich: Wer einem Unternehmen Geld borgt, sollte sicherstellen, dass er nicht nur während der Laufzeit hohe Zinsen, sondern nach Ablauf auch sein Geld zurückbekommt. Die richtige Wahl ist also mindestens so wichtig wie das „stock picking“ auf dem Aktienmarkt.
Wer sich das nicht zutraut, ist derzeit mit Unternehmensanleihenfonds auch nicht schlecht bedient. Die haben in den vergangenen zwölf Monaten sehr gute Erträge abgeliefert. Und: In der Hitliste der in Österreich zugelassenen Fonds spielen heimische KAGs ganz vorne mit. Spitzenreiter ist derzeit auf Jahressicht etwa der in Industrieanleihen investierende Sparinvest High Yield Value Bond R EUR(ISIN LU0232765439), der auf Jahressicht 94,35 Prozent Performance abgeliefert und auch in den letzten drei Monaten noch um 7,8 Prozent zugelegt hat. Josef urschitz
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2010)