Weg mit der Kugel

Clemens Fabry

Sprechblase Nr. 243. Warum wir im Job so gern „am Ball bleiben“.

Wer glaubt, nur in Russland wird in diesen Tagen gekickt, der irrt. Nein, es sind die heimischen Büros, die nicht nur während der Fußball-WM (ja, sie läuft eh nur noch bis 15. Juli) als Arenen, Stadien oder zumindest Spielfelder dienen.

Da ist man in Großraum- und Einzelbüros, in Besprechungsräumen, Kaffeeküchen und auf Gängen – Achtung Sprechblase – „am Ball“. Mehr noch: Da werden sogar ambitioniert „viele Bälle in der Luft gehalten“ – man ist ja Profi.

Da ist alles eine runde Sache. Besonders, wenn man scoren kann – das ist dann natürlich eine Einzelleistung, die man gewürdigt wissen will.

Und wenn es nicht so ganz nach den Vorstellungen läuft, dann wird der Ball flach gehalten. Und wenn gar nichts mehr geht, dann wird jemand anderem der Ball zugespielt. Bloß weg mit der Kugel. Wozu hat man schließlich Teamkollegen?

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2018)