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Auf der Suche nach Peter R.

Gegen die Vorstellung, früher sei alles besser gewesen, hilft die Lektüre von Roseggers Schriften. Geburtshaus, Alpl.
Gegen die Vorstellung, früher sei alles besser gewesen, hilft die Lektüre von Roseggers Schriften. Geburtshaus, Alpl.(c) Gerhard Trumler / Imagno / pictu (Gerhard Trumler)
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Der Waldbauernbub. Der Schneidergehilfe. Der Teilzeitvegetarier. Der Pazifist. Der Kriegsverherrlicher. Der Sehnsuchtsdichter. 50 Zeilen zum 100. Todestag am 26. Juni: steirische Autoren über ihren Landsmann Peter Rosegger.

VALERIE FRITSCH

Das Roseggersche Lodenaxiom.
Meine Beziehung zu Peter Rosegger nimmt ihren Anfang mit pragmatischen Kindheitserinnerungen, verwandtschaftlichen Missverständnissen und abenteuerlichen Theorien, die ich mit dem Alter bedauernd aufgeben musste. Ungewollt war ich ihm stets nahe, denn ich ging zur Schule auf einem kleinen Berg, in einem Wald, neben einer Kirche, in ebenwelcher der Schriftsteller sich mit seiner ersten Frau vermählt hatte und von der ein schmaler Gedächtnisweg ihm zu Ehren kurzerhand ins Dickicht führte. Haben auch viele nur ein Bild des Waldbauernbuben im Kopf, so hatte ich dem Heimatkundeunterricht ein ausgesprochen bestimmtes und lange unverhandelbares als Essenz entnommen: Dachte ich an Peter Rosegger, dachte ich an nichts als an grünen Loden. Er wurde mir schlagartig zum Synonym für den furchterregenden Stoff, und in kindlicher Folgerichtigkeit glaubte ich fortan, dass jeder, der Ähnliches trug, ein unmittelbarer Verwandter Roseggers sein müsse; ein beängstigender Umstand, wie ich fand.