Warum in Südkorea die Fantasie des Friedens fehlt

Samsung Electronics ist das Schwergewicht an der Börse in Seoul.
Samsung Electronics ist das Schwergewicht an der Börse in Seoul.(c) APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
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Das politische Tauwetter lässt die Anleger nur mit den Achseln zucken. Aber die Börse Seoul ist aus anderen Gründen ein Geheimtipp.

Wien. Aktionäre können ganz schön undankbar sein. Die ganze Welt atmete auf, als sich in der Vorwoche Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un in Singapur trafen und nach all den wilden Drohgebärden bestens vertrugen. Nicht nur erleichtert, sondern euphorisch sind viele Südkoreaner. Denn auch wenn auf den launischen US-Präsidenten kein Verlass ist: Die Entspannung zwischen den verfeindeten Bruderstaaten auf der Halbinsel lässt sich nicht so leicht rückgängig machen. Aber wie reagierte die Börse in Seoul mit ihren über 2000 Werten? Nicht etwa mit einem Kursfeuerwerk, sondern schlicht gar nicht. Alles schon eingepreist? Von wegen: Mitten im lautesten Säbelrasseln zu Ende des vorigen Jahres lag der Leitindex Kospi sogar höher als heute. Der Konflikt und seine mögliche Lösung scheint die Anleger völlig kalt zu lassen.

Was aber einleuchtet, wenn man etwas näher darüber nachdenkt: Mit dem Worst Case – einem Atomkrieg, den das erste und nächstgelegene Opfer am heftigsten treffen würde – lässt sich nicht rechnen. Dieses Risiko floss in die Bewertung nie ein, so wenig wie bei japanischen und US-Aktien. Deshalb ist aber auch die historische Wende kein Kurstreiber.

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