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Black Monday

Kann Fußball wirklich die Börsen beeinflussen?

Die Börse des Gastgeberlandes profitiert im ersten Halbjahr relativ zum Gesamtmarkt von der Fußball-WM.
Die Börse des Gastgeberlandes profitiert im ersten Halbjahr relativ zum Gesamtmarkt von der Fußball-WM.(c) imago/Hartenfelser (Peter Hartenfelser)
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Studien zeigen, dass sich Marktteilnehmer während einer Fußball-WM irrational verhalten. Das wirft die Frage auf, wann sie das sonst noch tun.

An den Börsen gibt es regelmäßig wiederkehrende Muster, die rätselhaft sind. Zumindest dann, wenn man annimmt, dass es sich bei den Börsianern um kühle Rechner handelt, die ausschließlich auf ihren ökonomischen Nutzen aus sind. Zu diesen Mustern zählt etwa die Tatsache, dass die Börsenmonate Mai bis Oktober im Schnitt signifikant schlechter sind als die von November bis April. Deswegen gibt es die Sell-in-May-Regel, wonach man im Mai seine Aktien verkaufen und im Herbst wieder kaufen soll. Das klingt unsinnig, denn warum sollten die langfristigen Zukunftsaussichten eines Unternehmens immer im Frühling gut sein und sich im Sommer plötzlich verschlechtern, und das jedes Jahr? Aber die Statistik spricht eine eindeutige Sprache.

Auch zeigt sich, dass die Aktien an der Börse des Fußball-WM-Siegers in der darauffolgenden Zeit überdurchschnittlich gut performen. Das scheint unsinnig; warum sollte es den Unternehmen besser oder schlechter gehen, nur weil die Nationalmannschaft den WM-Pokal eingefahren hat?Dennoch schlug sich etwa die Mailänder Börse im zweiten Halbjahr 2006, nachdem Italien die Weltmeisterschaft in Deutschland gewonnen hatte, besser als der Weltaktienindex (auf gleicher Währungsbasis). Im Juli 2010, als Spanien in Südafrika zum Weltmeister gekürt worden war, legte die Börse in Madrid deutlich stärker zu als der Weltaktienindex. Der Effekt verflog aber schnell: Im gesamten zweiten Halbjahr blieb Spanien hinter dem Weltaktienindex zurück.