Grundwehrdiener verlieren Teile der Ausbildung

Grundwehrdiener verlieren Teile Ausbildung
Robert Jäger

Der neu vorliegende RH-Bericht bestätigt auch, dass durch den Assistenzeinsatz Grundwehrdiener um einen Teil der Ausbildung umfallen.

Für Rekruten im Grenzraum entfällt der letzte von drei Schritten der Basisausbildung. Konkret entgeht den Soldaten in diesem dritten Abschnitt im Ausmaß von zehn Wochen die "waffenspezifische Ausbildung im Organisationselement (zum Beispiel Jägertruppe) mit vorbereitender Kaderausbildung".

Nur mehr Anlernstufe

Außerdem wurden die Ziele der "Basisausbildung 2" nur mehr in der Anlernstufe erreicht und Schießprogramme nicht mehr vollständig abgewickelt. Im Jahr 2008 durchliefen 4200 von 12.100 Soldaten in der Einsatzorganisation eine eingeschränkte Basisausbildung. Mit dem Einsatz sei außerdem "eine Beeinträchtigung der militärischen Führungsfähigkeit und Routine sowie der Motivation der Kadersoldaten verbunden", kritisiert der RH. Das Ministerium weist diese Kritik zurück.

Bestätigt wird in dem Bericht auch die vergleichsweise niedrige Kriminalitätsrate im Einsatzraum. Die Pro-Kopf-Belastung mit Vermögensdelikten ist im Burgenland (0,023 im Jahr 2008) nur halb so hoch wie im gesamten Land (0,048). Der RH kritisiert zudem, dass das Innenministerium entgegen seinen Ankündigungen kein Organisations-und Personalkonzept erstellt habe, das dem Entfall der Aufgaben an den Grenzdienststellen durch die Schengenerweiterung Rechnung trägt. Der RH findet, das Ministerium hätte "genügend Zeit gehabt, um sich auf die Schengenerweiterung vorzubereiten". Auch die bis Mitte 2009 geplante Evaluierung des Assistenzeinsatzes sei nicht vorgelegen.

(APA)