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Grasser über Hochegger: "Eine Schlange, die sich häutet, bleibt eine Schlange"

BUWOG GRASSER PROZESS: MEISCHBERGER / GRASSER / WESS
Die Angeklagten Grasser und Meischberger.APA/HANS PUNZ / APA- POOL
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Ticker-Nachlese Am 41. Verhandlungstag kam im Buwog-Prozess erstmals Karl-Heinz Grasser zu Wort. Seine Stellungnahme dauerte bis zum Abend.

Karl-Heinz Grasser, Ex-Finanzminister (FPÖ/ÖVP), legte am Dienstag, dem 41. Prozesstag des Buwog-Prozesses, erstmals seine Sicht der Dinge dar. Er plädierte auf "nicht schuldig, Frau Vorsitzende". Ihm fehle jedes Motiv für das Verbrechen, das ihm vorgeworfen wird. "Ich habe immer relativ viel Geld verdient", sagt Grasser. Ihm fehle jeder Grund, sein Leben, seine Ehe und seine Familie zu zerstören. Am Ende des Tages gehe es um sein Leben, sagte er in Richtung Staatsanwaltschaft. Keiner der Vorwürfe würde der Wahrheit entsprechen. Zahlen, Daten und Fakten würden genauso für ihn sprechen, wie seine Zeugen.

"Bester Freund" Meischberger und "Schlange" Hochegger

Als "Viele Jahre lang einer meiner besten Freunde" beschrieb Grasser den ebenfalls angeklagten Walter Meischberger, Ex-Generalsekretär der FPÖ. Würde man alle Telefonprotokolle hören, was sich nach Grasser "wohl nicht" ausgehe, bliebe von der Anklage nichts übrig.  Für Peter Hochegger fand Grasser in seiner Stellungnahme kaum freundliche Worte.

Dabei bezeichnete der Hauptangeklagte das Teilgeständnis Hocheggers als Falschaussage. Grasser pochte darauf, dass die Privatisierung der Buwog korrekt erfolgt sei. Hocheggers Aussage habe Grasser entsetzt;er sei "menschlich tief enttäuscht".

Er erkläre sich das Verhalten Hocheggers ihm gegenüber damit, dass er vor zehn Jahren in einem massiven Streit mit Hochegger gewesen sei. Hochegger habe nämlich seine, Grassers "Gegner" bei der Meinl International Power vertreten, wo Grasser selber Manager war. Als er das erfahren habe, dass sein damaliger Geschäftspartner Hochegger seine Gegner vertrete, sei er wütend geworden und habe mit ihm gebrochen. Seitdem habe er Hochegger weder getroffen noch mit ihm gesprochen. Grasser versuchte, Hocheggers belastende Aussage im Prozess zu zerpflücken. Hochegger hatte gesagt, er habe von seinem Liechtenstein-Bankberater erfahren, dass Grasser auch von der Bundeswohnungs-Provision profitiert habe. Die drei Konten in Liechtenstein würden demnach Walter Meischberger, Ernst Karl Plech und Grasser gehören. Der Hauptangeklagte Grasser meinte heute, das müsse eine Lüge sein, da zum von Hochegger genannten Zeitpunkt erst eine der drei Kontonummern festgestanden sei.

Grasser überlegte laut, wieso Hochegger bis zum Buwog-Prozess schweigen sollte, wenn seine Informationen wahr seien. "Eine Schlange die sich häutet, bleibt am Ende des Tages eine Schlange", schloss Grasser das Thema Hochegger.

Fiona zahlte bar

Im Bezug auf die Bareinzahlungen auf seinem Konto lieferte Grasser eine skurrile Erklärung. Seine Frau, Swarovski-Erbin Fiona, habe regelmäßig ihm Bargeld gegeben. Fionas Kreditkarte habe von Zeit zu Zeit nicht funktioniert. Natürlich zahlte er dann in Geschäften für sie und sie gab ihm die ausgelegte Summe in Bar zurück. Dieses Bargeld habe er dann auf sein Konto eingezahlt.

Für seine Frau und Grasser selbst seien auch die 500.000 Euro der Schwiegermutter bestimmt gewesen. Er habe das Geld aber nicht annehmen können. "Ich habe meine Frau aus Liebe geheiratet und nicht weil sie Geld hat", beteuerte er. Die "unglaublich Großzügigkeit" habe ihn überrascht. Weil er "aus einer ganz normalen Familie komme", erklärte er. Die aktuelle Regelung "mit den 10.000 Euro" gab es damals noch nicht. Also nahm er das "Familiengeld" mit und legte es an: "So geht man mit anvertrautem Geld um."

(APA/fest)

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