First Lady soll Trump zu Kehrtwende bei Trennung von Flüchtlingsfamilien bewegt haben

Melania Trump
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Melania Trump trat von Anfang an gegen die umstrittene Praxis, Einwandererfamilien an der US-Grenze zu trennen, auf. Am Mittwoch beendete der US-Präsident das Vorgehen per Dekret.

Im Streit um die Trennung illegal Eingewanderter von ihren Kindern in den USA soll First Lady Melania Trump ihren Mann zur Kehrtwende bewegt haben. Wie der US-Sender CNN am Mittwoch aus dem Weißen Hauses erfuhr, hatte sie US-Präsident Donald Trump in mehreren privaten Gesprächen dazu gedrängt, die gängige Praxis der Einwanderungsbehörden zu ändern.

"Meiner Frau liegt sehr viel daran. Mir liegt sehr viel daran. Ich denke, dass das jeder Mensch mit einem Herzen verstehen kann", sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus, als er die von seiner Regierung selbst begonnene Familientrennung per Dekret beendete. An der Unerbittlichkeit seiner Politik ändert das allerdings nichts. Die wichtigste Neuerung besteht darin, dass Kinder von illegal Eingewanderten nun gemeinsam mit ihren Eltern eingesperrt werden.

In den vergangenen Wochen hatten die US-Behörden an der Südgrenze zu Mexiko die Familien von illegal eingewanderten Menschen aus Süd- und Mittelamerika konsequent getrennt. Bilder von Aufnahmelagern, in denen Kinder auf Gummimatten in Maschendrahtkäfigen nächtigten, sorgten international für einen Aufschrei. Melania Trump hatte sich bereits am Montag entschieden gegen die Praxis der Einwanderungsbehörden ausgesprochen: Sie "hasse es, Kinder von ihren Familien getrennt zu sehen", verlautete aus ihrem Pressebüro im Weißen Haus.

USA Land mit meisten Asylanträgen weltweit

Unklar bleibt US-Medienberichten zufolge allerdings, wie mit den bereits getrennten Familien umgegangen werden soll. Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf US-Behördenvertreter, dass es keinen Plan für eine Wiedervereinigung der Familien gebe. Die "New York Times" berichtete, die betroffenen Kinder blieben für die Dauer des Asylprozesses ihrer Eltern von diesen getrennt.

Ein Sprecher der Kinder- und Familienbehörde erklärten später, es sei "noch sehr früh". Die Anweisungen für das weitere Vorgehen müssten abgewartet werden. Ziel sei die Wiedervereinigung der Familien.

Die Zahl der Asylbewerber in den USA ist zuletzt wieder stark angestiegen: Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurden 2017 mit 330.000 Asylanträgen mehr als in jedem anderen Land registriert. Das ist ein Anstieg um 26 Prozent. Die USA liegen damit vor Deutschland, das die Liste seit 2013 anführte.

(APA)