Fauxpas
Melania Trumps modische Verfehlungen
Im Zuge ihrer Afrikareise griff die First Lady der USA zu einem Tropenhelm, dem Symbol des Kolonialherrentums. Aber das war nicht ihr einziger Fashion-Fehlgriff.
Melania Trump hat keinen leichten Stand. Als First Lady der USA und Ehefrau von Donald Trump wird auch alles was sie tut, beurteilt. Und das bezieht sich meistens auf die Wahl ihrer Kleidung. Kritik hagelt es häufig, wenngleich auch nicht immer verdient. Bei ihrer Afrika-Rundreise, die sie ohne den Präsidenten absolvierte, griff sie aber auch objektiv betrachtet ordentlich daneben.
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Sie trug bei einer Safari in Nairobi eine Art Tropenhut, der stark an die Kolonialzeit erinnert und damit symbolisch für eine Zeit steht, in der Briten, Belgier, Niederländer, Franzosen und Deutsche an Ausbeutung, Versklavung und Genozid beteiligt waren.
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Weniger Fehltritt aber vielleicht auch mit wenig Feingefühl war die Schuhwahl der First Lady in Ghana. Sie trug Schlangenleder. Angesprochen auf die Kritik, die sie erhält, erklärte sie US-Medien übrigens: "Ich wünschte, die Menschen würden sich auf das konzentrieren, was ich tue, nicht darauf, was ich trage."
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Eher zum Schmunzeln ist diese Outfit-Wahl: An Merly Streep im Film "Jenseits von Afrika" orientierte sich die First Lady beim Besuch der Pyramiden in Ägypten.
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Mit der Wahl ihrer Kleidung hat die 48-Jährige bereits Empörung ausgelöst. Zuletzt bei einer Reise zu Migrantenkindern an der Grenze zu Mexiko. Auf der grünen Jacke - übrigens von der Modekette Zara - steht geschrieben: "I really don't care. Do u?" (zu Deutsch: "Es ist mir wirklich egal. Und Dir?")
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Nicht nur auf den sozialen Netzwerken machte sich Bestürzung breit. Geht das Schicksal der Kinder Trump so wenig ans Herz? Ehemann Donald Trump wollte klarstellen: Es handle sich um einen Spruch der sich auf "Fake-News-Medien" beziehe. "Melania hat gelernt, wie unehrlich sie sind, und es ist ihr inzwischen wirklich egal!" twitterte er.
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Die Sprecherin der Präsidentengattin, Stephanie Grisham, hatte zuvor noch versichert, dass es keine verschlüsselte Botschaft gebe: "Es ist eine Jacke. Es gibt keine versteckte Botschaft". Doch kann man das wirklich mit Unachtsamkeit abtun? Tatsächlich eher unwahrscheinlich, schließlich steht die First Lady in der Öffentlichkeit, sie und ihre Kleidung - gerade bei offiziellen Anlässen - stehen immer unter Beobachtung.
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Das müssten Melania Trump und ihre Stylisten eigentlich wissen, denn es ist nicht das erste Mal, dass die First Lady für ihre Outfitwahl kritisiert wurde. Wobei sie sich so einen Schnitzer wie mit dieser Jacke bisher noch nicht geleistet hat. Als sie in High Heels durch das von Hurrikan "Harvey" zerstörte Houston stöckelte, brauchte man auf bissige Reaktionen auch nicht lange warten.
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Dasselbe gilt für ihren Hang zum Luxus. Beim G7-Gipfel in Italien trug sie etwa einen Mantel von Dolce & Gabbana um 50.000 Dollar. Das kam ebenfalls nicht gut an.
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Und als sie bei den UN eine Rede hielt - "Kein Kind sollte je hungern müssen" - und dabei einen Mantel um 3000 Dollar trug, nahm man ihr das natürlich auch übel, sie wurde als heuchlerisch kritisiert.
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Und es ist kaum anzunehmen, dass Melania Trump die Wirkung ihrer Kleidung unterschätzt. Als im Wahlkampf ein Video auftauchte, in dem Donald Trump den berühmten "Grab them by the pussy"-Sager losließ, erschien Melania daraufhin in einer sogenannten Pussy-Bow Bluse.
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Und auch das hätte man vielleicht überdenken können: Donald Trump twitterte zum Labour Day: "Wir bauen unsere Zukunft mit amerikanischen Händen, mit amerikanischer Arbeit und mit amerikanischem Eisen, Aluminium und Stahl." Auf dem Foto trägt seine Ehefrau allerdings ein Kleid der griechischen Designerin Mary Katrantzou, das in Italien gefertigt wurde.
Twitter/realDonaldTrump