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Russisches Kartellamt geht gegen Raiffeisen vor

Die Raiffeisenbank schoss offenbar über das Ziel hinaus.(c) RBI
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Die Fußball-WM war offenbar zu verlockend, um sie nicht für eigene Zwecke zu nutzen. Die Raiffeisenbank schoss offenbar übers Ziel hinaus. Aber sie ist nicht die einzige.

Russland ist im Fußball-Fieber. Vor allem seit die eigene Mannschaft wieder Erwarten groß aufgezeigt hat, schwelgt das Land in Euphorie. Eine zu schöne Gelegenheit, als dass sie Firmen nicht auch für Werbezwecke nutzen. Und dabei offenbar Grenzen verletzen.

Etwa die Raiffeisenbank Russland, eine Tochter der österreichischen Raiffeisenbanken. Sie hat auf ihren Websites für die Zeit der WM nicht nur Preisnachlässe in Bars und Restaurants in Moskau und St. Petersburg angeboten und beworben. Und sie hat dafür auch Aufnahmen von Fans, Fußbällen, einer Flagge und eines biertrinkenden Mannes verwendet. Genau das nimmt die Antimonopolbehörde in Moskau nun zum Anlass, um gegen das Geldinstitut juristisch vorzugehen, wie sie auf ihrer Website mitteilte. Ihr Verdacht: Die Bank habe Attribute der WM in Russland illegal für sich verwendet.

Damit nicht genug, stößt sich die Behörde auch an der Raiffeisen-Aktion „Jedes Tor ist wichtig“. Die Aktion ist nämlich an die Eröffnung einer Debitkarte gebunden, auf der man bei jedem geschossenen Tor Bonuspunkte erhält und die mit einem Tormannbild beworben wird. Schließlich prüft das Kartellamt noch, ob bei der Raiffeisenwerbung auf Instragram „Feuere uns an!“ zu Unrecht ein Pokal verwendet worden ist, der der FIFA-Marke zu ähnlich ist.

Die Causa wird am Freitag verhandelt.

Die Raiffeisenbank ist nicht die einzige, die sich im Zusammenhang mit der WM in einem Rechtsstreit befindet. Auch Russlands größte Bank, Sberbank, befindet sich im Konflikt mit der FIFA, weil sie die Marke der Fußball-WM 2018 für eine firmeneigene Werbeaktion verwendet hat.

Ein Gesetz, das die Austragung der WM regelt, verbietet den Gebrauch der offiziellen Symbolik zu Firmenwerbezwecken ohne ausdrückliche Genehmigung durch die FIFA.

(red./est)