Nirgends rechnet man mit so niedrigen Sparbuchzinsen, nirgends fürchtet man Kursschwankungen mehr als hier, wie eine Umfrage zeigt.
Wien. Wann wird man auf dem Sparbuch wieder Zinsen von drei Prozent oder mehr erhalten? Fast 60 Prozent der Österreicher glauben, dass das frühestens in fünf Jahren der Fall sein wird. Nur vier Prozent erwarten, dass die Zinsen bereits zum Jahresende signifikant höher sein werden als derzeit. Damit sind die Österreicher am pessimistischsten (und wahrscheinlich auch realistischsten), was die Rendite ihrer Sparbücher betrifft. Das zeigt eine GfK-Umfrage im Auftrag von J.P. Morgan Asset Management unter 8000 Menschen aus Österreich, Deutschland, Belgien, Italien, Spanien und Großbritannien.
Die Österreicher trauen sich hinsichtlich Zinsprognosefähigkeit mehr zu als andere Befragte: Nur neun Prozent geben an, nicht zu wissen, wie sich die Sparbuchzinsen in den nächsten Jahren entwickeln werden. Unter allen Befragten tun dies 29 Prozent.
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Mit 92 Prozent ist hierzulande der Anteil derer, die grundsätzlich sparen (also Geld zur Seite legen), höher als anderswo (78 Prozent). Doch ist auch die Gruppe derer, die mit ihren Erträgen unzufrieden sind, mit 58 Prozent größer als im Schnitt aller untersuchten Länder (49 Prozent).
Ein Punkt überrascht: In keinem anderen Land gibt ein so hoher Anteil an, auf dem Kapitalmarkt zu investieren, wie in Österreich (38 Prozent in Österreich, 24 Prozent in allen Ländern). Dabei wurde konkret nach Aktien, Anleihen und Fonds gefragt.
Jeder Fünfte hat Aktien
Nicht nur bei Fonds und Anleihen, auch bei Aktien haben die Österreicher laut eigenen Angaben die Nase vorn. 21 Prozent besitzen demnach solche Anteilsscheine, im Schnitt aller Befragten sind es nur zwölf Prozent. Das verwundert, sagt man den Österreichern doch üblicherweise eine größere Aktienscheu nach. „Ein Grund könnte die Beliebtheit von Belegschaftsaktien sein, die einige österreichische Unternehmen ihren Mitarbeitern anbieten“, mutmaßt Christoph Bergweiler, Leiter von J.P. Morgan Asset Management in Österreich, Deutschland sowie Zentral- und Osteuropa.
Doch gelte es auch, die Kehrseite zu beachten: „62 Prozent der Österreicher nutzen eben die Ertragskraft des Kapitalmarkts noch nicht, wenn es um ihre Geldanlage geht.“ Und das, obwohl der Anteil der mit ihren Erträgen Unzufriedenen in Österreich überdurchschnittlich hoch ist. „Es gibt also weiterhin Nachholbedarf für diejenigen, die ihre langfristigen Anlageziele erreichen wollen.“
Als Grund, warum man nicht auf dem Kapitalmarkt investiere, geben 49 Prozent der österreichischen Nichtinvestoren an, sie hätten Angst vor Kursschwankungen und möglichen Verlusten. In den anderen untersuchten Ländern liegt dieser Anteil nicht einmal halb so hoch. Auch die Sorge, nicht jederzeit über sein Geld verfügen zu können, ist größer als anderswo. Zudem klagt man öfter über unzureichende Beratung.
Seltener als anderswo führen die heimischen Befragten jedoch als Grund für ihr Nichtinvestieren an, kein Geld dafür zu haben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2018)