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Ach du liebes Hühnerauge

Sprechblase Nr. 245. Warum „Schmerzpunkte“ (keine) Probleme bereiten.

Es spricht sich langsam herum, dass Emotionen und Gefühle viel mit dem Businessalltag zu tun haben. Jedenfalls mehr, als wir als Denker und Rechner zu wissen glauben.

Das spiegelt sich in der Wortwahl wider. Probleme, die ja längst nicht mehr als solche angesprochen werden dürfen (Stichwort: Lösungs- statt Problemorientierung), haben neue, euphemistische Umschreibungen erhalten. Was bis vor Kurzem noch Chance, Herausforderung, Challenge oder ein Thema haben hieß, wird jetzt – Achtung, Sprechblase – Schmerzpunkt genannt. Oder Druckpunkt.

Au ja, da schwingen Emotionen und Gefühle mit, da entstehen neue Bilder. Doch wie soll man mit diesen neuen Problemen umgehen? Die Ursachen suchen und bekämpfen – oder mit Aspirin die Schmerzpunkte lindern und auf die Druckpunkte ein Hühneraugenpflaster auflegen?

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2018)