Buchen, einchecken, scannen: Dank Digitalisierung lagern Firmen die Arbeit auf Kunden aus. Damit fehlt sie im BIP, wie auch der Wert von Daten. Unterschätzen wir das Wachstum?
Jubel! Es geht ab in den Sommerurlaub. Wir haben ihn verdient, erschöpft wie wir sind. Es gab ja im Vorfeld so viel zu tun. Vom Flug übers Hotel bis zum Mietwagen: Wir mussten online suchen, vergleichen, buchen. Einiges steht uns noch bevor, wie das Einchecken und Kofferaufgeben. Aber wir sind es ja auch gewohnt, dass wir Bankgeschäfte online tätigen, im Internet nach Wohnungen suchen und an der verwaisten Kassa unsere Wurst einscannen. Früher leisteten sich Firmen den Luxus von Mitarbeitern, die für uns diese Arbeiten erledigten. Aber dank der Digitalisierung sind diese dunklen Zeiten vorbei.
Natürlich macht das alles Sinn. Nicht nur für die Firmen, die sich Löhne sparen. Auch volkswirtschaftlich: Offenbar war uns die Leistung nicht so viel wert, dass wir dafür extra zahlen würden. Mit den Kosten sinken die Preise, damit wächst unsere Kaufkraft. Wir können von anderem mehr erwerben. Wenn uns Zeit bleibt. Denn wir sollten ja noch Wikipedia-Einträge verfassen (ersetzt das Lexikon), Bewertungen auf Tripadvisor schreiben (ersetzt den Reiseführer) oder, als Nerd, am offenen Betriebssystem Linux basteln.